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DLRG-Experte gibt Tipps für richtiges Verhalten in Freibädern und an Seen

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Von: Maja Yüce

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Alles im Blick: Tina Weniger und Steffen Berlau gehören zum Team der DLRG am Neuenhainer See.
Alles im Blick: Tina Weniger und Steffen Berlau gehören zum Team der DLRG am Neuenhainer See. © Maja Yüce

Auch in der größten Hitze einen kühlen Kopf bewahren: An Badeseen und auch in Freibädern im Landkreis kann das nicht schaden, weiß Jürgen Elborg, Kreisverbandsleiter der DLRG Schwalm-Eder.

Fritzlar-Homberg – In diesen Tagen soll das Thermometer die 30-Grad-Marke deutlich übersteigen, dann werden zahlreiche Menschen Abkühlung im Wasser suchen. Überstürzt sollten sie es aber nicht angehen, rät der DLRG-Experte.

Richtiges Verhalten in Freibädern und an Seen: vor dem Bad

Schon bevor es ins Wasser geht, sollte man einige Dinge beachten: „Möglichst im Schatten aufhalten und gründlich und regelmäßig Sonnencreme auftragen.“ Und um keinen Sonnenstich zu bekommen, könne es auch helfen, den Kopf bedeckt zu halten. Anzeichen für einen Sonnenstich sind hochroter, heißer Kopf, Übelkeit und Schwindel. Wichtig sei es auch, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen – am besten Wasser. Alkohol sei aber tabu.

Richtiges Verhalten in Freibädern und an Seen: der Weg ins Nass

Gerade, wenn es besonders heiß ist, sollte man sich beim Gang ins Wasser Zeit lassen, sagt Elborg. „So kühlt man sich Schritt für Schritt ab und belastet seinen Kreislauf nicht zu sehr, wie es bei einem direkten Sprung ins kalte Wasser der Fall wäre“, erklärt er.

Richtiges Verhalten in Freibädern und an Seen: im Wasser

Während man in Freibädern gute Bedingungen und auch eine Badeaufsicht habe, sei das bei einigen Seen nicht der Fall. „Man kann dort oft nicht bis auf den Grund sehen und es gibt oft auch keine Aufsicht“, sagt Elborg. Das Team der DLRG hat am Neuenhainer See eine Wachstation und am Singliser See gibt es eine Notrufsäule. An der Stockelache gibt es auch eine Aufsicht, die aber nicht von der DLRG gestellt wird.

In einigen Freibädern unterstützt die DLRG die Schwimmaufsicht. „Eltern dürfen kleine Kinder am und im Wasser nie aus den Augen lassen und müssen sich in ihrer Nähe aufhalten“, sagt Elborg. Es sei auch ein Irrtum zu glauben, Kinder könnten mit dem „Seepferdchen“-Abzeichen schon sicher schwimmen. „Sie können sich über Wasser halten, aber nicht sicher schwimmen“, betont er. Überhaupt bereitet es den Lebensrettern Sorge, dass immer weniger Kinder schwimmen können – die Coronapandemie habe diese Situation schon verschlimmert. „Weil Kurse nicht stattfinden konnten“, sagt Elborg. Bei vielen Ortsvereinen gebe es lange Wartelisten für Kurse. „Wir können nicht alle abarbeiten“, sagt er.

Richtiges Verhalten in Freibädern und an Seen: im Notfall

Komme es zu Badeunfällen, liege es oft daran, dass die Betroffenen ihre Fähigkeiten überschätzt haben, so Elborg. Schlechte Kondition, Alkohol, große Hitze, Krankheit – wer durch äußere Umstände geschwächt sei, sollte nicht leichtsinnig reagieren.

Neben Kenntnissen über die richtigen Rettungsmaßnahmen sei im Notfall vor allem Aufmerksamkeit gefragt. „Ertrinken findet nicht so statt, wie man es sich vorstellt. Erwachsene schreien nicht Arme wedelnd um Hilfe, wenn sie ertrinken. Dafür fehlt Ertrinkenden die Kraft“, sagt Elborg. Wer wirklich in Not ist, der sei zu Lautäußerungen gar nicht mehr in der Lage. Wichtig sei es, schnell zu helfen – die DLRG empfiehlt dabei auch auf die Eigensicherheit zu achten.

Fünf Tipps für die Rettung

(Maja Yüce)

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