Dorfgemeinschaft Holzhausen übernimmt ein Gemeinschaftshaus

Jetzt in der Hand der Holzhäuser: Das Dorfgemeinschaftshaus Holzhausen wird jetzt vom Verein „Wir Holzhäuser“ verwaltet. Eine symbolische Schlüsselübergabe zwischen Bürgermeister Dr. Nico Ritz (vorne links) und dem Vereinsvorsitzenden Hartmut Harle (vorne rechts) fand kurz nach der Vertragsunterzeichnung statt. Mit dabei Vertreter der Stadtverwaltung, der Politik und des Ortes. Foto: Yüce

Holzhausen. Die Stadt Homberg hat kein Geld und muss dringend Geld sparen, um die Ziele des kommunalen Schutzschirmes zu erfüllen.

Freiwillige Leistungen, wie etwa den Betrieb von Dorfgemeinschaftshäusern kann man sich nicht mehr leisten. Deshalb hat man nach einem neuen Weg gesucht, um die Schließung der Gemeinschaftshäuser zu verhindern - und gefunden.

Geschafft: Die Freude bei der Dorfgemeinschaft Holzhausen ist groß. Ab sofort ist sie für die Verwaltung des Dorfgemeinschaftshauses zuständig. Mit diesem Vorstoß hoffen die Einwohner des Homberger Stadtteils, ihr Dorfgemeinschaftshaus in die Zukunft zu retten.

An der Theke: Ortsvorsteher Achim Becker (links) und der Vorsitzende des Verein „Wir Holzhäuser“, Hartmut Harle, im Dorfgemeinschaftshaus.

„Wir hatten die Wahl zwischen der Schließung des Hauses und der privaten Trägerschaft durch die Dorfgemeinschaft“, sagt Hartmut Harle Vorsitzender des Vereins „Wir Holzhäuser“. Die Stadt könne sich die kostspielige Verwaltung nicht mehr leisten. „Jetzt sind wir dran“, sagt Harle und betonte bei der Vertragsunterzeichnung zwischen der Stadt und dem Verein, dass man in Holzhausen sehr motiviert und von der Übernahme überzeugt sei. „Wir sind sicher, dass das klappt“, so Harle und ist sich der Unterstützung der Holzhäuser sicher. „Wir haben das gemeinsam entschieden.“

Das Dorfgemeinschaftshaus sei wichtig für das Dorf. Es sei das Herzstück der Gemeinschaft. An bis zu 30 Wochenenden im Jahr sei es vermietet - für Feiern und Veranstaltungen. Hinzu kommen die Übungsstunden der Gymnastikdamen, der Karnevalsgruppe, des Chores.

Der Verein übernehme ab sofort die Verwaltung, erklärt Harle. Dadurch falle für die Stadt der administrative Bereich weg. „Geld einnehmen und verbuchen, Termine vereinbaren, die Übergabe zu Veranstaltungen“, zählt er Beispiele auf. Für alle, die das Haus mieten wollen, ändere sich nichts. Weiterhin sei Hausmeisterin Eva Becker Ansprechpartnerin. Der Dorfverein arbeite im Hintergrund.

Harle beschreibt das Vertragsverhältnis mit der Stadt so: „Es ist wie ein Mietvertrag. Wir kümmern uns so um das Dorfgemeinschaftshaus, als sei es unsere Wohnung. Achten darauf, dass alles in Ordnung ist.“ Allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Die Holzhäuser zahlen keine Miete, sie bekommen einen Zuschuss für die Bewirtschaftung von der Stadt. Dafür habe man einen Durchschnittswerte für den Verbrauch ermittelt.

Die Lösung, die man mit Holzhausen gefunden habe, sei auch ein positives Signal für andere Homberger Stadtteile. Insgesamt wolle man 16 Dorfgemeinschaftshäuser in private Trägerschaften übergeben, erklärte Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Er betonte, dass die Stadt sich nicht aus der Verantwortung stehle. Die Übergabe an die Dorfgemeinschaft sei die zweiteinfachste Lösung, so Ritz. „Die einfachste Lösung wäre die Schließung. Diesen Weg wollten wir nicht gehen.“

Unterdessen hat man in Holzhausen bereits noch einiges vor mit dem Dorfgemeinschaftshaus: Es könnten sogar mehr Veranstaltungen hinzukommen. „Wir hoffen, dass das Haus mehr genutzt wird. Wir wollen es beleben“, sagt Harle.

Hintergrund

Langfristig rechnet die Stadtverwaltung mit Einsparungen von 20.000 Euro durch die Übergabe der Dorfgemeinschaftshäuser und der Stadthalle. In diesem Jahr werde wohl die Hälfte dieser Summe erreicht, so Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Die Dorfgemeinschaftshäuser schlagen im Haushalt der Stadt mit Kosten in Höhe von 140.000 Euro (ohne Verwaltungskosten) zu Buche.

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