Dörfer sollen in die Pflicht genommen werden

Dorfgemeinschaftshäuser: "Schließen keine Alternative"

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An der Theke: Ortsvorsteher Achim Becker (links) und der Vorsitzende des Verein „Wir Holzhäuser“, Hartmut Harle, im Dorfgemeinschaftshaus.

Homberg. Die Dorfgemeinschaftshäuser in den Homberger Stadtteilen sollen neue Hausherren bekommen.

Die Häuser, die der Stadt gehören, sollen in private Trägerschaften übergehen. Dabei sollen die Dörfer in die Pflicht genommen werden. Er hoffe auf positive Effekte, erklärte Bürgermeister Dr. Nico Ritz im HNA-Gespräch.

Zum einen müssten die Dorfgemeinschaftshäuser nicht geschlossen werden und zum anderen spare die Stadt Geld, weil sie ihre Häuser nicht selbst verwalten müsse.

Die Häuser bleiben zwar im städtischen Eigentum, doch würden die Personal- und Verwaltungskosten wegfallen. Denn um die Vermietung, die Reinigung und auch die künftige Nutzung der Häuser soll sich in den Orten so bald wie möglich eigenverantwortlich gekümmert werden. Wie viel Geld man dadurch spare, lasse sich nicht genau sagen. Aber: „Für die Verwaltung der Gebäude fallen viele Personalstunden an. Die hätten wir für andere Dinge zur Verfügung“, sagt Ritz.

Wichtig sei es, die Infrastruktur in den Dörfern zu erhalten. Mit 15 von 16 betroffenen Dorfgemeinschaften hat die Stadt bereits Gespräche geführt. „Sie sind positiv verlaufen. Die meisten haben erkannt, dass es so nicht weitergehen kann“, sagt Ritz und spricht von einer konstruktiven Bereitschaft.

Läuft alles wie geplant, wird Holzhausen als erstes Dorf das Gemeinschaftshaus übernehmen. Dort gibt es den Verein „Wir Holzhäuser“, dessen Ziel es ist, das Leben im Ort lebenswerter zu gestalten. Erst soll aber die Dorfgemeinschaft entscheiden, sagt der Vorsitzende Hartmut Harle. Die Stimmung im Ort sei aber gut.

Holzhausen

Dass sie ihr Dorfgemeinschaftshaus behalten wollen, steht für die Holzhäuser außer Frage. Davon sind Ortsvorsteher Achim Becker und Hartmut Harle, Vorsitzender des Vereins „Wir Holzhäuser" überzeugt. Nun müsse geklärt werden, wie man den Erhalt sichert.

Klar sei, dass die Stadt vor allem die kostspielige Verwaltung nicht mehr leisten könne. „Jetzt müssen wir ran“, sagt Harle. Das Haus sei wichtig für das Dorf. Es sei das Herzstück der Gemeinschaft. An bis zu 30 Wochenenden im Jahr sei es vermietet - für Feiern und Veranstaltungen. Hinzu kommen die Übungsstunden der Gymnastikdamen, der Karnevalsgruppe, des Chores.

Deshalb arbeite der Verein gemeinsam mit der Stadt an einem Konzept, um die Verwaltung des Dorfgemeinschaftshauses zu übernehmen. „Es muss aber alles sattelfest sein“, sagt Hartmut Harle. „Dann kümmern wir uns gerne darum.“  Damit meint Harle vor allem die finanziellen und juristischen Bedingungen. Der Verein könne zwar die Verwaltung übernehmen, aber kein Geld investieren. Und: Wenn mal die Heizung ausfalle oder Arbeiten am Gebäude anstehen, dann sei die Stadt gefordert. „Es wäre wie eine Art Mietverhältnis“, sagt Achim Becker. Der Ortsvorsteher gehört zwar nicht dem Verein an, steht aber hinter dessen Plänen. „Es wird sich nicht so viel ändern. Wir dürfen uns nicht mehr zurücklehnen“, sagt Becker.

Noch müssten einige Formalien mit der Stadt geklärt werden. Außerdem sollten die Holzhäuser dahinter stehen, sagt Harle. Er und Becker sind zuversichtlich, dass die Holzhäuser das stemmen können. „Wir haben eine gute Gemeinschaft im Ort und wir wissen, dass es sich lohnt, um unser Gemeinschaftshaus zu kämpfen“, so Harle. Dessen Schließung sei keine Alternative. „Das wäre das Aus für so manchen Verein und ein Schlag für unsere Gemeinschaft.“

Künftig könnten sogar mehr Veranstaltungen hinzu kommen. „Wir hoffen, dass das Haus mehr genutzt wird. Wir wollen es beleben“, sagt Harle. Das sei erst der nächste Schritt. „Mein Vater hat beim Bau des Gemeinschaftshauses geholfen. Jetzt sind wir dran, etwas für das Haus zu tun“, sagt Harle. Das könnte auch eine Chance für den Ort sein.

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