64-Jähriger möchte auch aus der Freien Wählergemeinschaft austreten

Dr. Klaus Lambrecht verlässt Homberger Magistrat

Homberg. Nach einem Jahr im Amt hat Dr. Klaus Lambrecht am Montag sein Mandat im Magistrat der Stadt Homberg niedergelegt.

Der Politiker der Freien Wählergemeinschaft (FWG) Homberg begründete seine Entscheidung in einer Mitteilung damit, dass er den Bürgern nicht länger vermitteln könne, dass Homberg auf dem richtigen Weg zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung durch die aktuell geplanten Vorhaben sei. „Die Erfahrungen nach circa einem Jahr im Magistrat lassen mir keine Wahl“, so Lambrecht.

Klaus Lambrecht

Seinen Rücktritt habe eine Fahrt mit der Friedhofskommission durch einige Homberger Stadtteile bestärkt, während der viele Mängel festgestellt worden seien, „für die kein Geld da ist.“ Lambrecht kritisiert die derzeit kostenintensiven Projekte, wie Straßenbau im Bereich des geplanten Einkaufszentrums, die Bauvorhaben Engelapotheke und Obertor 1 sowie der geplante Rathausumbau und -anbau.

„Diese Projekte lassen in mir Zweifel aufkommen, ob die Stadt Homberg noch im Sinne der hessischen Gemeindehaushaltsverordnung, Paragraf 12, wirtschaftet“, sagt Lambrecht. Dieser besagt, dass bevor Investitionen von erheblicher finanzieller Bedeutung beschlossen werden, mehrere in Betracht kommende Möglichkeiten durch einen Wirtschaftlichkeitsvergleich auf die wirtschaftlichste Lösung ermittelt werden sollen.

Er habe mehrmals in den Magistratssitzungen darauf hingewiesen, dass es sich bei der geplanten Nutzung in der Engelapotheke und Obertor 1 um freiwillige Ausgaben der Kommune handle. In der Engelapotheke sollen künftig das „Haus der Geschichte“ und das Burgmuseum und im Gebäude Obertor 1 das Heimatkundliche Archiv untergebracht werden. Außerdem sind Wohnungen in den beiden Häusern angedacht.

Lambrecht kritisiert, dass keine vergleichenden und nachvollziehbaren Planungsvarianten vorgelegt worden seien. „Ich sehe die Gefahr, dass wir uns in Homberg zunehmend verzetteln. Fehler wie beim Bau des Ärztehauses sind dadurch vorprogrammiert und absehbar“, klagt Lambrecht. Fördergeldgeber ließen außerdem laut Lambrecht die wirtschaftlichsten Varianten außer Acht.

Austritt aus der FWG

Der 64-Jährige will außerdem die Freie Wählergemeinschaft verlassen. Achim Jäger, Fraktionsvorsitzender der FWG Homberg, bedauert diese Entscheidung: „Uns verlässt ein großer Sachverstand. Dr. Klaus Lambrecht hat die FWG bei vielen Themen gut unterstützt.“ Die nun im Magistrat vakante Stelle soll nach einer Entscheidung der gesamten Fraktion erst nach Ostern wieder besetzt werden. 

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