21 neue Fahrzeuge 

Mehr Busse auf dem Land: Angebot steigt im Landkreis um 40 Prozent

Sie wollen das Angebot im öffentlichen Personennahverkehr verbessern: Steffen Müller (von links), Geschäftsführer des NVV, Bernd Frölich vom Melsunger Busunternehmen und Landrat Winfried Becker an der Bushaltestelle am Bahnhof in Wabern.
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Sie wollen das Angebot im öffentlichen Personennahverkehr verbessern: Steffen Müller (von links), Geschäftsführer des NVV, Bernd Frölich vom Melsunger Busunternehmen und Landrat Winfried Becker an der Bushaltestelle am Bahnhof in Wabern.

Auf dem Land haben es Bus und Bahn gegen das Auto oft besonders schwer. Jetzt gehen der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) und der Schwalm-Eder-Kreis gemeinsam in die Offensive: Das Angebot im öffentlichen Nahverkehr soll ab dem 12. Dezember rund um Homberg – bis nach Schwalmstadt und Melsungen – um 40 Prozent steigen.

Damit wolle man nicht weniger, als die Verkehrswende in Nordhessen aktiv voranzutreiben, sagt der Geschäftsführer des NVV, Steffen Müller. Dafür müsse das Angebot attraktiver gestaltet werden, betont er und wird konkret:

Es soll eine neue direkte Linie zwischen Homberg und Hersfeld ohne Umstieg geben. Und: Der Stundentakt werde auf vielen der fünf Linien eingeführt. Darüber hinaus sollen die Busse dann ganze 500 000 Kilometer mehr rollen als bisher, um die Verbindungen zu verbessern. Insgesamt lege man so 1,7 Millionen Kilometer im Bereich Homberg, Melsungen und Schwalmstadt pro Jahr zurück. 21 neue Busse werden angeschafft, um die Abdeckung zu gewährleisten.

Neben Stundentakten auf vielen Linien, sollen Reisezeiten verkürzt und Anschlüsse an Zug, Bus, und Regiotram verbessert werden, um den Menschen den Umstieg auf den öffentlichen Personennahverkehr zu erleichtern. Es gebe in einigen Bereichen sogar auch Preissenkungen.

Für die Ausweitung der Angebote hat die Firma Frölich aus Melsungen den Zuschlag vom NVV bekommen. Die Verträge laufen erneut zehn Jahre. Die 21 neuen Busse sollen bis Mitte des kommenden Jahres angeschafft werden, darunter vier Gelenkbusse und drei Kleinbusse. Die Offensive sei für den Landkreis ein wichtiger Baustein des öffentlichen Nahverkehrs, sagte Landrat Winfried Becker. Denn in Zeiten des Klimawandels gelte es auch, den öffentlichen Nahverkehr auf dem Land zu stärken. Allerdings sei es ein Kraftakt, die Verkehrswende umzusetzen. Das könne man nur Zug um Zug erreichen.

Der NVV stehe vor großen Herausforderungen, sagte Müller. Durch die Coronapandemie habe der Busverkehr stark gelitten. Dennoch weite man die Angebote nun aus

Die Busse

Die neuen Busse des NVV sollen viele Veränderungen und mehr Komfort bieten. Optisch würden sie mit ihrem grün-weißen Erscheinungsbild gut in die hügelige nordhessische Landschaft passen. Aber das sei natürlich längst noch nicht alles, so Müller weiter.

Die Fahrzeuge seien voll klimatisiert, verfügten über mehr Platz für Rollstühle, Rollatoren oder Kinderwagen und es gebe niedrige Einstiege. Der Gastraum sei komfortabel und in den Farben ruhig gehalten.

Die Busse verfügten über ein Fahrgastinformationssystem via Bildschirme. Der Innenraum sei kontrastreich gestaltet, sodass sich Menschen mit Sehbehinderungen auch besser orientieren könnten. Darüber hinaus würden die Busse mit einer umweltschonenden Dieseltechnik betrieben. Für Busse, die im Durchschnitt 600 Kilometer pro Tag zurücklegen, gebe es noch keine wirtschaftliche elektrische Technologie, sagte Bernd Frölich vom gleichnamigen Melsunger Busunternehmen. Da müsse die weitere Entwicklung erst abgewartet werden.

Die Strecken

Auf den Linien 450 (Fritzlar-Wabern) und 490 (Melsungen-Schwalmstadt) wird ab Dezember an allen Tagen der Stundentakt eingeführt.

Die neue Linie 420 (Homberg-Bad Hersfeld) hat montags bis freitags Stundentakt, samstags, sonn- und feiertags 2-Stunden-Takt.

Die Linien 491 (Melsungen-Homberg) und 493 (Homberg-Schwalmstadt) verkehren im Stundentakt, es wechseln Bus- und Anruf-Sammeltaxibedienung.

Die stündliche Verknüpfung Melsungen - Homberg gibt es jetzt nun auch samstags sowie an Sonn- und Feiertagen. Die Preisstufe wurde von 5 auf 4 gesenkt.

Der Stundentakt besteht auch am Wochenende zwischen Homberg, Frielendorf und Schwalmstadt.

Abends und am Wochenende greift die bedarfsgesteuerte Bedienung der Dörfer Leimsfeld, Gebersdorf, Allendorf, Verna, Sondheim, Wernswig durch den Bus, der per Internet oder Telefon gebucht werden kann. Demnächst wird es besondere Werbeeinheiten für die Linien geben. (Christine Thiery)

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