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Eckhard Preuschhof aus Homberg erhält Ehrenbrief des Landes Hessen

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Von: Lea Beckmann

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Er war Gründer und jahrelanger Leiter des Heimatkundlichen Archivs Homberg: Eckhard Preuschhof erhält den Ehrenbrief des Landes Hessen.
Er war Gründer und jahrelanger Leiter des Heimatkundlichen Archivs Homberg: Eckhard Preuschhof erhält den Ehrenbrief des Landes Hessen. © Lea Beckmann

Eckhard Preuschhof ist Gründer und jahrelanger Leiter des Heimatkundlichen Archivs Homberg gewesen. Dafür wird er mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet.

Homberg – „Meine Freude hält sich in Grenzen“, sagt der 91-Jährige. Zum einen stehe hinter der Arbeit ein ganzes Team, das bei der Ehrung zu kurz komme, da nur er den Ehrenbrief erhalte. Zum anderen hätte er sich mehr darüber gefreut, wenn das Archiv in Homberg endlich zu einem städtischen Archiv geworden wäre. „Das war immer mein Ziel – leider habe ich es nicht während meiner Amtszeit geschafft“, erklärt er. Und auch der Krieg in der Ukraine nimmt den 91-Jährigen mit. „Da werden alte Erinnerungen geweckt.“.

Preuschhof ist in Ostpreußen aufgewachsen. 1945 flüchtete er über Dänemark nach Sachsen. Dort machte er dann sein Abitur. In Potsdam begann er ein Studium der Psychologie. Das war ihm noch nicht genug. Also machte er noch ein Lehramtsstudium in Lüneburg. Zunächst arbeitete Preuschhof als Lehrer. Danach war er zwölf Jahre im Schwalm-Eder-Kreis als Schulpsychologe tätig. Danach unterrichtete er an den Grundschulen in Wernswig und Rengshausen.

Ahnenforschung ist die Leidenschaft des Hombergers

1993 ging er dann in Rente. Nun hatte er genügend Zeit, um sich seiner Leidenschaft zu widmen: der Ahnenforschung. „Mein Vater war schon ein eifriger Familienforscher“, sagt er und schaut nach rechts an die Wand in seinem Wohnzimmer. Dort sind zahlreiche Kopfbilder seiner Familie zu sehen. Der 91-Jährige veröffentlichte in dem Zuge sogar ein Buch über seine Ahnen und über alle Menschen, die Preuschhof mit Nachnamen hießen und heißen. „Alle Preuschhofs, egal wie man sie schreibt, stammen aus Ostpreußen“, erklärt er.

Doch nicht nur für seine eigene Familiengeschichte interessierte sich der Homberger. Auch die Geschichte von Homberg weckte seine Neugierde. „Ich war schon immer historisch sehr interessiert und da fing ich mit 77 Jahren nun also meinen dritten Job an“, sagt er. Preuschhof half zunächst im Heimatkundlichen Archiv Homberg aus. Dort übernahm er dann schnell die Leitung. Bis zu seinem 88. Lebensjahr verbrachte er dort ehrenamtlich seine Zeit. „Das war nochmal ein 30-Stunden-Job.“

Eckhard Preuschhof aus Homberg geht gerne wandern

Auch bei seinen Hobbys bewegt sich der 91-Jährige auf historischen Wegen. Seit 1976 spielt er die Gambe, ein historisches Streichinstrument. „Mit alten Instrumenten ist es wesentlich einfacher zu spielen“, erklärt er. Heute trifft er sich immer noch mit Freunden zum Musizieren.

Zu seinen großen Leidenschaften zählt auch das Wandern. „Mit meiner Frau Brigitte gehe ich jeden Sonntag wandern – keiner kennt die Gegend so gut wie wir“, sagt er. Denn: Die beiden bestreiten jedes Mal eine andere Route. Seit 70 Jahren gehen sie nun schon gemeinsam durch das Leben. „Wir haben uns im Studium in Potsdam kennen gelernt“, erinnert sich der 91-Jährige und schaut zu seiner Frau. Die 92-Jährige lächelt und sagt: „1952 haben wir dann an Heiligabend in West-Berlin geheiratet.“ Vier Kinder gingen aus der Ehe hervor. Drei Enkelkinder haben sie. „Jetzt fehlen nur noch die Urenkel“, sagt Preuschhof. (Lea Beckmann)

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