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Edgar Wenzel verabschiedet sich von der Homberger Turnerschaft

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Von: Lea Beckmann

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Sein Tischtennisschläger war sein treuer Begleiter: Edgar Wenzel gründete die Tischtennisabteilung in der Turnerschaft.
Sein Tischtennisschläger war sein treuer Begleiter: Edgar Wenzel gründete die Tischtennisabteilung in der Turnerschaft. © Lea Beckmann

Die Euphorie steht ihm förmlich ins Gesicht geschrieben während er von seinem Leben und seiner Tätigkeit im Verein der Homberger Turnerschaft 1862 erzählt. Edgar Wenzel (84) war über 36 Jahre im Vorstand.

Homberg – Zunächst war er Schriftführer, dann zweiter Vorsitzender und von 1975 bis 1999 erster Vorsitzender. Dieses Amt hat er 2011 wieder übernommen – und erst vor Kurzem abgelegt. „Ich habe immer gesagt, dass ich bis maximal zu meinem 85. Lebensjahr den Vorsitz mache und dann aufhöre – jetzt bin ich auch alt genug“, sagt er und lacht. Den Vorsitz hat nun Volker Koch übernommen.

Sport wurde in Wenzels Leben immer groß geschrieben. In Fritzlar ist der 84-Jährige aufgewachsen und mit zehn Jahren fing er dort mit dem Tischtennisspielen an. Doch das war nicht die einzige Sportart. Auch Fußball gehörte zu seiner Leidenschaft – der brachte ihn nach Homberg. „Nach meiner Mittleren Reife in Fritzlar habe ich eine Ausbildung zum Werkzeugmacher bei der Firma Antriebstechnik Katt in Homberg absolviert“, erzählt er. Dort gab es auch einige Fußballer, die Wenzel unbedingt in der Homberger Fußballmannschaft als Torwart haben wollten. Gesagt – getan.

Wenzel hatte in Homberg bei seiner Tante gewohnt, da seine Eltern schon früh gestorben waren. Er wurde wegen des Fußballs immer bekannter. Doch nicht nur der Sport machte ihn überglücklich, sondern auch seine heutige Frau Dagmar (80). „Sie wohnte gegenüber von uns, wir trafen uns immer auf der Straße zum Federballspielen und ich wusste ab der ersten Begegnung, das ist die Frau, die ich einmal heirate“, sagt Wenzel.

Und damit hat er recht behalten: Seit 60 Jahren sind die beiden verheiratet. „Sie ist bis heute meine wichtigste Person, da sie mich immer unterstützt hat“ – auch bei seiner Vereinsarbeit. Denn: Edgar Wenzel war nicht nur im Vorstand aktiv, er gründete 1963 eine Tischtennisabteilung in der Turnerschaft. Bis 1975 spielte der gelernte Schriftsetzer und Drucker, der eine Druckerei in Borken betrieb, selbst in der ersten Mannschaft. „Und wir waren wirklich gut – wir schafften es bis in die Landesliga“, erzählt er voller Stolz. Noch erfolgreicher war die Damen-Abteilung: „Die haben es 1998 bis in die Zweite Bundesliga geschafft.“

Der 84-Jährige konnte auch seine zwei Kinder, Markus und Marion, für das Tischtennisspielen begeistern. „Es hat auch wirklich sehr lange gedauert, bis mich meine Kinder besiegen konnten“, sagt der 84-Jährige und lacht. Der Sport war schon immer eine große Stütze in seinem Leben. Auch vor ungefähr fünf Jahren als Wenzel einen Schlaganfall hatte. „Ich war halbseitig gelähmt und der Sport hat mich wieder aufgebaut“, sagt der 84-Jährige.

Bis vor rund zwei Jahren hatte er seinen Tischtennisschläger in Gebrauch. „Der hat schon einiges mitgemacht“, sagt er und zeigt auf die abgenutzten Flächen. Der rote und schwarze Belag ist bedeckt mit Gebrauchsspuren. Dieser Schläger spiegelt viele erfolgreiche Spieler wider. Und auch Wenzel blickt auf sein sportliches Leben zurück. Doch auch heute ist der 84-Jährige immer noch aktiv. „Meine Frau und ich wandern gerne und im Garten bin ich auch sehr aktiv – den Rasen mähe ich immer noch selbst.“
(Lea Beckmann)

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