Erweiterung um eine Etage

Ehemaliges Homberger Landratsamt wird saniert

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Bald gibt es ein neues Dach: Das ehemaliges Landratsamt in Homberg wird saniert. Dort, wo das Dach war, wird bald eine neue Etage entstehen. Im Bild Architekt Christian Gerlach (links) und Stefan Fennel von der KBG.

Homberg. Der Rahmen ist schon fertig, jetzt muss nur noch das Bild reinpassen - doch es passt nicht. Eine knifflige Aufgabe also: So in etwa kann man sich den Umbau des ehemaligen Landratsamtes in Homberg vereinfacht vorstellen.

Denn um alle Räume in das Gebäude zu bekommen, die der neue Mieter, die Arbeitsagentur, fordert, muss das Haus wachsen. Und die weiß genau, was sie will.

Deshalb wird eine Etage eingebaut und ein neues, baugleiches Dach darauf gesetzt. „Insgesamt 48 Räume, davon 24 Büroräume plus Foyer entstehen auf 1020 Quadratmeter Nutzfläche“, sagt Architekt Christian Gerlach, während er auf die Baupläne blickt, die im Obergeschoss der Großbaustelle hängen. Anfang 2016 will die Arbeitsagentur einziehen - auch zeitlich eine Herausforderung für die Planer.

Es gibt jede Menge Regeln, an die sich bei der Sanierung des Gebäudes gehalten werden muss. Nicht nur Denkmalschutz-Auflagen. „Es gibt Zielvorgaben der Arbeitsagentur, die eingehalten werden müssen“, sagt Gerlach und deutet auf mehrere Aktenordner, voll mit Anforderungen. Es gebe einen einheitlichen Standard für die Arbeitsagentur-Räume, erklärt Stefan Fennel, Technischer Leiter der Kraftstrom-Bezugsgenossenschaft (Kbg), die das Gebäude von der Stadt Homberg für einen Euro kaufte und nun 2,14 Mio. Euro hinein steckt. „Um das Haus zukunftsfähig zu machen“, sagt Fennel. Die Vorgaben des künftigen und langfristigen Mieters - Arbeitsagentur - betreffen Raumgrößen, den zentralen Anlaufpunkt, einen barrierefreien Zugang, den Aufzug und viele Dinge mehr.

Ausblick: So soll das Gebäude aussehen, wenn es fertig ist. Der Zugang erfolgt dann über den Busbahnhof.

„Wir mussten das Gebäude deutlich zurückbauen, bevor es wieder aufgebaut wird und wachsen kann“, sagt Gerlach. Die Talsohle sei durchschritten und man beginne mit der eigentlichen Sanierung. Es sei übrigens höchste Zeit dafür gewesen: „Es gab undichte Stellen und war dauerhaft feucht“, erklärt Gerlach. „Das Dach des Fachwerkhauses hätte erneuert werden müssen.“ Auch sonst habe der Zustand stark zu wünschen übrig gelassen. „Wir haben Balken verstärkt, es gab nur eine einfach Verglasung, die Heizungsanlage wird erneuert, die Netzwerktechnik eingebaut und es wird zwei Fluchtwege geben“, zählt er auf. Außerdem seien andere Raumstrukturen nötig. So seien zum Beispiel die über 30 Meter langen Flure auf den Etagen bislang nur zwischen 1,35 bis 1,48 Meter breit. 1,50 Meter seien vorgeschrieben. „Also bauen wir neue Wände“, sagt Gerlach. Viel zu tüfteln also.

Damit alles unter das Dach passt, wird das Haus nun aufgestockt und erhält ein neues, baugleiches Dach. „Es wird sich dann in der Höhe fast an das Damestift anpassen“, sagt Gerlach. Der Zugang wird vom Busbahnhof möglich.

Es handele sich nicht um einen Luxusumbau, sondern um einen vernünftigen Standard, betont er. Da das Gebäude denkmalgeschützt sei, werde man unter anderem Holzfenster einbauen und mit Naturschiefer arbeiten. Erhalten bleibe das Treppenhaus. Gerlach lobt die Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Peer Zietz vom Landesamt für Denkmalpflege. Es sei immerhin ein stattliches, altes Gebäude, welches zu einem modernen Bürohaus umgebaut werde. Und dafür verändere man auch den Rahmen des Hauses: „Zum Besseren“, sagt Gerlach.

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