Eine andere Tonart: Bürgermeister Dr. Ritz geht auf Stadtverordneten zu

Dr. Nico Ritz

Homberg. In den vergangenen Jahren war das Homberger Parlament eher für weniger versöhnliche Worte und großes Misstrauen bekannt.

Eine andere Tonart schlug Bürgermeister Dr. Nico Ritz am Donnerstagabend bei der Stadtverordnetensitzung in Hülsa an: Was als Information über die rechtliche Auseinandersetzung zwischen der Stadt und dem Stadtverordneten Delf Schnappauf angekündigt war, entpuppte sich als Versöhnungsversuch.

Schnappauf hatte der Stadt und Ritz im Internet vorgeworfen, das ehemalige Landratsamt an die Kraftstrom-Bezugsgenossenschaft verschenkt und ein wesentlich höheres Kaufangebot nicht berücksichtigt zu haben.

Die Stadt hatte das Gebäude für einen symbolischen Euro an die KBG verkauft. Das Haus wird derzeit umgebaut, die Agentur für Arbeit wird dort einziehen (wir berichteten).

Die Diskussion um den Verkauf des ehemaligen Landratsamtes habe auch bei ihm Nachwehen hinterlassen, sagte Ritz. Und an Schnappauf gerichtet: Es sei nicht in Ordnung, wie dieser die Diskussion geführt habe. Mittlerweile stehe fest, dass dessen Behauptungen nicht wahr seien. Er wolle aber nicht austeilen, sondern einen Schlussstrich ziehen. Daher bot Ritz dem fraktionslosen Stadtverordneten an, konstruktiv zu arbeiten und zu diskutieren. „Das wäre mein Wunsch“, sagte Ritz, der seit einem Jahr Hombergs Bürgermeister ist. Er wolle die vertrauensvolle Atmosphäre im Parlament nicht in Gefahr bringen. Schnappauf könne sich intensiv einbringen und der Stadt mit seinem Können Gutes tun. Ritz weiter: Sollte er Schnappauf Unrecht getan haben, so tue es ihm leid. Und er würde sich freuen, wenn dieser es an der einen oder anderen Stelle auch so sehen würde.

Die gereichte Hand schien Schnappauf jedoch auszuschlagen: In einer persönlichen Erklärung ging er auf den Rechtsstreit ein und warf der Stadt vor, die von ihm vorgestreckten Gerichtskosten nicht zurückgezahlt zu haben. Und Ritz habe ihm zudem eine weitere Klage angedroht.

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