Friedgunde Amft  geht aus gesundheitlichen Gründen

Leiterin der Parkinson-Selbsthilfegruppe muss aufhören 

Sie war eine der dienstältesten Leiterinnen der nordhessischen Selbsthilfegruppen: Jetzt muss Friedgunde Amft aus Almmuthshausen aus gesundheitlichen Gründen die Leitung abgeben. Foto:  Archiv

Homberg. Als Friedgunde Ampft vor 15 Jahren erfuhr, dass sie an Parkinson leidet, hatte sie keine Ahnung, was denn diese Diagnose für ihr Leben bedeuten würde.

Heute weiß sie es ganz genau: Die 76-Jährige aus Allmuthshausen hat jahrelang die Parkinson-Selbsthilfegruppe Schwalm-Eder und die Regionalgruppe Treysa geleitet, hat den jährlichen Selbsthilfegruppen-Aktionstag im Landkreis ins Leben gerufen und Dutzende Menschen beim Kampf gegen Parkinson begleitet. Doch jetzt ist damit Schluss: Friedgunde Amft muss aus gesundheitlichen Gründen aufhören.

Ihr Name war im Schwalm-Eder-Kreis für viele an Parkinson Erkrankte schon beinahe zum Inbegriff für Austausch und Kampfgeist geworden. Sie organisierte Vorträge, Klinikbesuche, Gruppentreffen, Erfahrungsaustausch, Spielenachmittage und jede erdenkliche Form von Kontakten und Informationen.

Rückzug aus allen Aufgaben 

Wer im Landkreis an Parkinson erkrankt war, hatte in ihr eine äußerst kompetente und hochmotivierte Ansprechpartnerin, die gelernt hatte, mit Parkinson zu leben, ohne dabei zu verzweifeln. Jetzt aber zieht sich Friedgunde Amft aus allen Aufgaben zurück: Die Krankheit ist zu stark, ihr Körper zu schwach geworden.

Dabei war Friedgunde Amft zur Leitung der Selbsthilfegruppe gekommen wie die Jungfrau zum Kind: Als der Arzt ihr damals die Diagnose stellte, riet er ihr zum Besuch einer Selbsthilfegruppe. Nur: Im Schwalm-Eder gab es keine. Friedgunde Amft aber gehörte nicht zu denen, die die Dinge einfach so hinnehmen und still vor sich hin hadern.

Die damals 61-Jährige gründete kurzerhand selbst die erste Parkinson-Selbsthilfegruppe in der Region, holte Informationen ein, knüpfte Kontakte, holte Experten und Betroffene ins Boot.„Das waren richtig gute Zeiten“, beschreibt die 76-Jährige jene Jahre, in denen viele Betroffene regelmäßig zusammenkamen. In den vergangenen eineinhalb Jahren hat sich der gesundheitliche Zustand der Allmuthshäuserin rapide verschlechtert.

Keine Nachfolger in Sicht 

Ihre Stimme versagt oft, das Gleichgewicht und die Motorik sind gestört, die Nerven machen häufig nicht mehr mit: „Ich kriege gerade die volle Breitseite ab“, sagt sie. Auch wenn sie nun schon Jahre mit der Krankheit lebt, sich nicht von ihr unterkriegen lässt, ist es für sie nun doch schwer, sich damit abzufinden, dass Parkinson doch die Oberhand gewonnen hat. „Ich hätte nie gedacht, dass es mich einmal so dermaßen erwischt“, sagt sie.

Was Friedgunde Amft an der neuen Situation neben ihren Einschränkungen zu schaffen macht ist die Tatsache, dass niemand die Leitung der Selbsthilfegruppe Schwalm-Eder und auch der Regionalgruppe in Treysa übernehmen möchte, der sie ebenfalls vorstand. Sie sucht händeringend einen Nachfolger: Eine solche Gruppe sei wichtig, sagt sie: „Gemeinsam lässt sich das Leiden einfach besser ertragen.“

Von Claudia Brandau

Kontakt: Friedgunde Amft, Tel. 0 56 81/ 60 84 41

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.