Kinder toben künftig auf Bauernhof

Einigkeit über Standort: Wernswig erhält Bauernhof-Kindergarten

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Hat bald ausgedient: Noch befindet sich die Kita in einem Gebäude, das an die Grundschule angrenzt. Das Parlament beschloss nun, dass für die Kinder der Bauernhof auf der anderen Straßenseite umgebaut wird. 

Die Entscheidung über den neuen Standort der Kindertagesstätte in Wernswig ist gefallen: Die Kinder der Kita Phantasien werden künftig auf einem alten Bauernhof betreut.

Bei sechs Nein-Stimmen und drei Enthaltungen entschieden sich die Homberger Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend für den Kauf des des Hof Rohde. Damit folgte das Parlament nun doch dem Wunsch von Ortsbeirat und Erzieherinnen.

Es war ein langer und emotionaler Prozess, der da in der Homberger Stadthalle zu Ende ging. Noch im Mai hatten die Fraktionen das Thema erneut vertagt, weil es bei der Abstimmung zu einer Patt-Situation zwischen Befürwortern des Bauernhofes und Befürwortern eines Neubaus gekommen war (HNA berichtete). Ortsbeirat und Erzieherinnen hatten sich zuvor deutlich gegen einen Neubau ausgesprochen.

Ihrem Beschluss legten die Stadtverordneten einen Vorschlag der CDU und SPD zu grunde. Auf dem Hof Rohde soll ein ehemaliger Schweinestall soweit möglich erhalten und der Vereins- und Dorfgemeinschaft als Unterstellfläche zur Verfügung gestellt werden. Bei der architektonischen Gestaltung sind ökologische Bedürfnisse und das naturnahe und tiergestützte Konzept der Kita zu berücksichtigen. Außerdem soll der Ausschuss für Kinder, Jugend, Soziales und Integration Baufortschritt und Ausstattung der Tagesstätte engmaschig begleiten.

Diese Variante wurde nun auch von der CDU unterstützt. Sie hatte in der letzten Sitzung noch für einen Neubau gestimmt. Für die Fraktion sei der Erhalt des Kita-Standorts in Wernswig und die Umsetzung des Konzepts der Erzieherinnen wichtig gewesen, sagte Christian Haß (CDU). Nach Informationen der Fraktion sei das an beiden Standorten möglich gewesen. Aufgrund eines Schreibens der Erzieherinnen habe sich ein neuer Sachstand ergeben. „Und damit kommt keine andere Entscheidung für uns in Frage. Die Kinder sollen einen Ort bekommen, an dem sie bestmöglich betreut werden.“ Er bedauerte jedoch, dass die Kaufpreisnachverhandlungen nicht erfolgreich waren. Er sprach von 240 000 Euro.

Für die FWG hingegen änderte sich durch die vorausgegangene Diskussion nichts an ihrer Argumentation aus dem Mai: „Der Hof ist für uns nicht als Kita geeignet“, sagte Gert Freund. Man wolle den Ortsbeirat keinesfalls aushebeln, und man wisse den Einsatz der Erzieherinnen zu schätzen. Doch: „Auf uns kommen unkalkulierbare Kosten zu.“

Klaus Bölling (Grüne) bewertete die Entscheidung für den ehemaligen Bauernhof als eine solche, die „uns als Stadt sehr gut steht“. Die Stadt setze nun etwas um, das im Dorf selbst erarbeitet wurde. „Es ist gut, das mit einer großen Mehrheit zu unterstützen“, so Bölling. Das Parlament diskutiere häufig darüber, wie alte Gebäude erhalten werden könnten. „Das können wir jetzt in Wernswig exemplarisch machen.“ Mit dem Erhalt eines alten Gebäudes könne die Stadt zudem zeigen, dass die Stadtteile nicht vergessen würden.

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