Virtuelle Ferienwoche

Einmal Weltraum und zurück: Jugendliche erstellen Trickfilm

Ein kleines, buntes Ufo schwebt im Weltall über der Erde.
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Gemeinsam durch den Weltraum: Eine Szene aus dem Trickfilm, den die Kinder erstellt haben.

Was, wenn die Menschheit sich wirklich einen anderen Planeten suchen muss, weil Leben auf der Erde nicht mehr möglich ist? Dieses Szenario, das angesichts von Corona und Klimawandel gar nicht so unmöglich scheint, spielten jetzt 15 Kinder und Jugendliche aus dem Schwalm-Eder-Kreis in dem Ferienprojekt Zukunftsutopien der Volkshochschule nach.

Schwalm-Eder - Mittels Videos und Filmtricksequenzen konzipierten sie virtuell eine Raumfahrtmission.

Und genau das war auch die Herausforderung: Alles musste im Netz gestaltet werden. „Eigentlich hätte das Projekt ganz normal analog stattfinden sollen“, sagt Medienpädagoge Benjamin Porps, der mit der Medienpädagogin Anna-Katharina Frank den Kurs anleitete. Nun trafen sich die Teilnehmer in Videokonferenzen und bastelten Raumschiffe und das Weltall allein am heimischen Schreibtisch. Im Videochat tauschten sie sich aus und inspirierten sich.

Für die Jugendlichen gab es ein Starterset aus Knete, Papier, Maleranzug und Rettungsdecke, um sich in Astronauten verkleiden zu können – und so ganz und gar in die fremde Welt einzutauchen. Mit einer Mischung aus realen Videos und Trickfilmsequenzen, die zusammengeschnitten wurden, entstand ein gemeinsamer Film, in dem die Jugendlichen auf Weltraummission gingen.

Mit allerlei Haushaltsgegenständen entstanden eigene Raumschiffcockpits, aus Papier und Knete bastelten die Teilnehmer Weltraum, Raumschiff und Raketen, die sie etwa mit dem Legetrick – bei dem Figuren und Hintergründe flach auf eine Fläche gelegt und Bild für Bild von oben aufgenommen werden – in Trickfilmmanier aufgenommen hatten. Klar, dass exotische Tiere ebenso wenig fehlen durften wie Dürre-Szenarien auf fremden Planeten. In ihrem Film fliegen Meteoriten durchs All und Raketen umrunden die Erde. Logbucheinträge und Abenteuer im fremden Universum untermalen den Film.

Angespornt von ihrer Kreativität konnten die Kinder und Jugendlichen für eine Woche der Coronarealität entfliehen, sagt Anna-Katharina Frank. Viele hätten sich derart eingebracht, dass ihre Gedanken einmal um etwas anderes kreisen konnten. Die Sozialpädagogin ist in vielen Schulen unterwegs und beobachtet, dass die Coronapandemie nicht spurlos an den Kindern vorbei geht. Viele reagierten mit Unverständnis und Traurigkeit auf die derzeitige Situation. „Kinder brauchen den Austausch“, betont sie. Das Projekt habe ihnen die Möglichkeit gegeben aus dem Alltag in eine andere Welt zu fliehen.

Der Film wurde am Samstag virtuell Eltern und Freunden vorgestellt. Mit Popcorn und Limonade bestaunten sie das Ergebnis des Ferienprojektes und diskutierten im Videochat. Die Premiere des Films hätte eigentlich im Burgtheater in Schwalmstadt gezeigt werden sollen. Unterstützt wurde das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. (Christine Thiery)

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