Pro und Contra zum neuen Kindergarten

Neuer Kindergarten soll in Homberger Altstadt: Stadtverordnete setzen auf Impulswirkung

Homberg. In Homberg fehlen aktuell 60 Kindergartenplätze, Tendenz steigend. Jetzt haben sich die Stadtverordneten für einen neuen Kindergarten in der Scheune Landesfeind in der Altstadt und nicht am Stellberg entschieden - mit folgender Argumentation:

Pro

Man habe die Wahl zwischen zwei guten Alternativen, sagte Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Es gebe schon neun Kindergärten auf der grünen Wiese, die alle nach dem gleichen Modell sehr gut funktionierten. Man könne nun ein anderes Angebot machen – in der Altstadt. Das sei keine verrückte Idee, sondern etwas, was in anderen Städten funktioniere.

Beim Kindergarten in der Scheune Landesfeind handele es sich nicht nur um einen Bau in alter Substanz, sondern auch um einen Neubau, sagte Klaus Bölling (Grüne). Die Kombination mit einem Waldkindergarten sei sinnvoll. Er erhoffe sich einen Impuls für mehr Leben in der Altstadt. „Wir brauchen reales Leben in der Stadt“, sagte Bölling. Auch die höheren Kosten – insgeamt sind 3,17 Mio. Euro veranschlagt – dürfe man nicht isoliert betrachten. Gehe der Verfall in der Innenstadt weiter, seien die Kosten dort immens und nicht aufzufangen.

Aktualisiert um 14.55 Uhr

Als über das Einkaufszentrum Markplatz Ost diskutiert wurde, habe man sogar Laster zur Anlieferung durch die Altstadt fahren lassen wollen, die Anlieferung von 80 Kindern könne kein Gegenargument sein. In der Altstadt gebe es Elternschule, Familienzentrum, bald ein Haus der Reformation und in der Nähe viel Natur, davon könnten die Kinder profitieren, ergänzte Stefan Gerlach (SPD). Es wäre eine Bankrotterkärung, wenn man das nicht umsetze. Es sei schöner, Kinderlachen in der Altstadt zu hören, als das Krachen von Abrissbirnen. 

Das zusätzliche Verkehrsaufkommen sei „schmerzfrei zu verkraften“, und die Verkehrssituation an der Stellbergschule heute schon „extrem gefährlich“. Man solle nicht wieder das Standardprogramm wählen, sagte Claudia Ulrich (CDU).

Contra

Es werde verbissen an der Idee vom Kindergarten in der Altstadt festgehalten, kritisierte Delf Schnappauf (parteilos). Es gebe günstigere Lösungen, etwa in Modulbauweise. Der Kindergarten in der Altstadt bringe Verkehr, aber keinen Nutzen für die Geschäfte, sagte Holger Jütte (FDP). 

Zu viele Autos in der Altstadt befürchtet er, denn dort gebe es jetzt schon ein Verkehrschaos. Und: Parkplätze für Anwohner seien auch heute schon knapp. Außerdem empfehle der Bildungs- und Erziehungsplan die Anbindung von Kitas an Grundschulen, das wäre am Stellberg möglich. Ein Neubau sei schneller und günstiger umzusetzen.

Achim Jäger (FWG) schloss sich der Argumentation an: Er glaube zudem nicht an eine Belebung der Altstadt durch den Kindergarten. Dieser sei nicht verkehrsgünstig zu erreichen, es entstünden höhere Kosten und es sei keine räumliche Anpassung möglich. Priorität müssten die Kinder und nicht die Belebung der Altstadt haben, so Peter Dewald (CDU).

Der Beschluss

Der Beschluss 20 Stadtverordnete stimmten für und 15 gegen den Standort Scheune Landesfeind. Eine Enthaltung. Außerdem sprachen sich die Stadtverordneten für einen Waldkindergarten (Dithmarsche Gärten/Burgberg) aus, der später an die neue Einrichtung gekoppelt werden könnte. Geprüft werden soll auch, ob ein weiterer Waldkindergaten in Wernswig entstehen könnte. Und der Kindergarten in Mardorf soll auf eine zweigruppige Einrichtung erweitert werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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