Lernen klappt wie von selbst

Erich-Kästner-Schule etabliert neue Lernkultur für Schüler

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Lernen Schulstoff selbstorganisiert: Mohamed Al Alo, Kjell Reuße und Diana Schiller arbeiten an einem Infoboard zum Thema Römerzeit. Ihr Tempo bestimmen sie dabei selbst.

Es ist ruhig im Klassenraum von Lisa Breitenbach. Die Stille wird hin und wieder nur von leisem Papierrascheln und vereinzeltem Tippen auf der Laptop-Tastatur unterbrochen. Und das, obwohl die Kinder der Jahrgangsstufe 6 mit Gruppenarbeiten beschäftigt sind.

Es ist ruhig im Klassenraum von Lisa Breitenbach. Die Stille wird hin und wieder nur von leisem Papierrascheln und vereinzeltem Tippen auf der Laptop-Tastatur unterbrochen. Und das, obwohl die Kinder der Jahrgangsstufe 6 mit Gruppenarbeiten beschäftigt sind.

An der Homberger Erich-Kästner-Schule (EKS) sorgt womöglich aber genau das für Ruhe im Klassenraum. Die Kinder dürfen ihr Lerntempo selbst bestimmen. Im letzten Schuljahr hat die Haupt- und Realschule die Methode des selbstorganisierten Lernens (SOL) eingeführt. Die Idee kommt an.

Während eine Schülerin die alten Grenzen des Römischen Reiches auf einer Karte einzeichnet, kümmert sich eine andere um lateinische Vokabeln, ein Junge recherchiert parallel zu Legionären und zeichnet einen alten Römer – jeder der Sechstklässler hat seine Aufgabe im Team und unterstützt den anderen. Und genau darum gehe es im Projekt der EKS: Spezielle Interessen und Fähigkeiten der Schüler zu fördern und ihnen die Verantwortung für ihr Lernen zu geben, sagt Lehrerin Lisa Breidenbach. Angeleitet werden sie dabei von ihren Lehrern.

Schüler erhalten Verantwortung für ihr Lernen

Mit dem selbstorganisierten Lernen hat die Schule die Perspektiven auf ihren Unterricht verändert. War zuvor der Lehrer ausschließlich dafür zuständig, das Wissen zu vermitteln, werden die Schüler nun daran beteiligt, erhalten Verantwortung für ihr Lernen.

Das Augenmerk liege darauf, den Kindern Methoden und Kompetenzen zu vermitteln: „Wie gehe ich an einen Text ran, wie beschaffe ich mir Infos und werte diese aus?“ seien nur einige Schwerpunkte, sagt der stellvertretende Schulleiter Ulf-Dieter Fink. „Wir versuchen, eine neue Lernkultur zu etablieren.“

Die Schule habe bemerkt, dass viele Kinder dem Unterricht nicht mehr folgen konnten, nun erlernen sie Methoden etwa zum Vokabeln üben und können herausfinden, wie ihnen das am besten gelingt. „Ich glaube, es ist wichtig, was wir tun“, sagt Fink.

Konzept wird mit Lernstationen umgesetzt

In der Praxis setzt die EKS das Konzept mit Lernstationen um. Zu einem Unterrichtsthema entwickelt der Lehrer Informationen, Material und Arbeitsaufträge, die in der Klasse ausgelegt werden. Haben die Schüler eine Aufgabe erledigt, können sie selbstständig zur nächsten übergehen.

Das neue System bedeutet für die Lehrer aber auch: Zu Hause wird mehr Zeit für die Unterrichtsvorbereitung benötigt.

Für Lisa Breitenbach überwiegen aber die Vorteile des selbstorganisierten Lernens. „Ich habe im Unterricht Zeit, schwächere Schüler direkt zu unterstützen“, erzählt die Lehrerin. Und: Im gemeinsamen Austausch mit den Schülern würden immer wieder Fragen zu Themen auftauchen, die sich die Lehrer selbst nicht gestellt hätten.

„Der Lehrer erzählt nicht mehr nur, die Schüler müssen selbst mitdenken“, berichtet Fink. Das funktioniert in den vier Förderstufen-Klassen der EKS. „Es scheint der richtige Weg zu sein“, so Schulleiter Dieter Goldmann.

Tag der offenen Tür am Samstag

Bei einem Tag der offenen Tür stellt die Erich-Kästner-Schule das Projekt vor. Am Samstag, 8. Februar, können sich Eltern ab 10 Uhr in der Schule umsehen. Laut Schulleiter Dieter Goldmann sind Aktionen für Kinder geplant und Eltern von EKS-Schülern beantworten Fragen. Außerdem soll Unterricht stattfinden: Zwei Klassen werden ihren Alltag und ihren Unterricht präsentieren.

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