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Essen to go: Kunden dürfen Mehrwegverpackungen verlangen

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Von: Maja Yüce

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 Eine Hand hält an einem Imbiss in der Innenstadt einen Mehrwegteller mit Pommes und einem Burger.
Kunden haben künftig ein Anrecht darauf, ihre To-Go-Speisen und -Getränke in einer Mehrwegverpackung zu bekommen. © Bernd Weißbrod/dpa

Wer im Restaurant Speisen abholt oder sie sich liefern lässt, muss nach dem Verzehr meist viele Plastik-Verpackungen in den Müll geben. Das könnte sich jetzt ändern – wenn die Kunden mitziehen.

Schwalm-Eder – Denn sie haben die Wahl: Ab dem 1. Januar sind auch im Landkreis die Gastronomen verpflichtet, ihre Speisen und Getränke auch in Mehrwegverpackungen anzubieten, wenn sie diese zum Mitnehmen anbieten.

Die neue Mehrweg-Pflicht müssen alle Restaurants, Cafés, Bistros, aber auch Kantinen, Tankstellen, Supermärkte und Cateringbetriebe einhalten, die Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff sowie Einweggetränkebecher unabhängig von deren Materialbeschaffenheit in Verkehr bringen.

Ziel ist es, Müll aus Einwegplastik zu vermeiden: „Seit Jahren fällt immer mehr Verpackungsmüll an, diesen Trend müssen wir umkehren“, sagt die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Dr. Bettina Hoffmann (Grüne, Niedenstein). „Speisen und Getränke in Mehrwegverpackungen dürfen nicht zu schlechteren Bedingungen wie z.B. zu höhren Preisen als in Einwegverpackungen angeboten werden.“ Durch die neue Pflicht könne jeder zum Umweltschutz beitragen.

Ausnahmen von der Pflicht

Von der Pflicht ausgenommen sind kleine Betriebe wie Imbisse und Kioske, in denen höchstens fünf Beschäftigte arbeiten und die zudem eine Ladenfläche von nicht mehr als 80 Quadratmetern haben. Im Gegenzug zur Befreiung von der Mehrwegangebotspflicht sind kleine Betriebe verpflichtet, ihre Kunden auf die Möglichkeit einer Befüllung mitgebrachter Behälter hinzuweisen. Der Bundestag hatte das Verpackungsgesetzes im Mai 2021 geändert, nun tritt es in Kraft. 

Theresia Liebermann, Vorsitzende des Gastronomieverbandes Dehoga im Landkreis, sieht die Gastronomen gut vorbereitet. „Manche haben schon jetzt Mehrwegangebote für ihre Außer-Haus-Speisen und -Getränke“, sagt Liebermann. Denn während der Corona-Pandemie sei das Außer-Haus-Angebot stark nachgefragt worden. Einige seien aber noch unschlüssig, wie sie die neue Pflicht umsetzen, so Liebermann, die den Landgasthof Jäger in Neukirchen betreibt. Grund dafür sei, dass es mehrere Möglichkeiten gebe: Für die Mehrwegverpackung können Gastronomen zwar Pfand erheben, müssen es aber nicht. Und die Betriebe könnten beispielsweise auch auf Anbieter von Mehrwegverpackungssystemen zurückgreifen. „Die Beteiligung daran kann aber bis zu 1500 Euro kosten“, sagt Liebermann. Sie geht davon aus, dass viele Kunden Behälter zum Füllen mitbringen – denn das sei erlaubt.

Die Mehrweg-Pflicht sei eine Herausforderung für die Betriebe, so der Präsident der Dehoga-Hessen, Gerald Kink. Der Zeitpunkt der Einführung sei nicht ideal: „Personalmangel, Inflation und Unsicherheiten mit Blick auf die Entwicklung der kommenden Monate beschäftigen unsere Unternehmen sehr.“ (Maja Yüce)

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