Selbstgebauter Anhänger mit Teilen aus alter Pferdekutsche war völlig überladen

Explosives Autogespann auf der A7 gestoppt

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Homberg. Ein abenteuerliches Gespann hat die Autobahnpolizei Baunatal Ende Mai auf der A7 gestoppt. Besonders gefährlich: Die Ladung des Autos war offenbar hochexplosiv.

Wie die Polizei jetzt mitteilte, haben die Beamten das aus Bulgarien stammende Gespann kurz vor dem Rastplatz Hasselberg gestoppt und es nach einer Überprüfung sofort aus dem Verkehr gezogen. 

Die Kombination war anderen Verkehrsteilnehmern zuvor auf der A 7 bei Kassel aufgefallen, die daraufhin die Polizei verständigten. Nicht nur der selbstgebaute Anhänger war mit Teilen einer Pferdekutsche ausgerüstet, auch eine Gasanlage im Kofferraum des Pkws war laut Polizei von der Marke Eigenbau. Problematisch dabei war, dass den Beamten bei der Kontrolle am 29. Mai ein Gasgeruch entgegen strömte. Dem 53 Jahre alten Fahrer, der nach eigenem Bekunden starker Raucher ist, verordneten sie ein striktes Rauchverbot.

Nun liegt ein Gutachten vor, das insgesamt 17 Mängel am Zugfahrzeug und 13 Mängel am Anhänger aufweist. Die gravierendsten Mängel waren dabei:

 - Die nachgerüstete Gasanlage im Kofferraum war mit einfachen Gurten verbaut, deutlicher Gasgeruch war wahrnehmbar

- Die selbstgebaute und mit Metallrohren angeschweißte Anhängerkupplung war an mehreren Stellen durchgerostet

- Die Bremsen des Autos zeigten zum Teil gar keine Wirkung und bremsten ungleichmäßig

- Der Anhänger war zum Teil durchgerostet und die selbstgeschweißte Anhängergabel hatte sich bereits gelöst

Der Anhänger war laut Polizei ohnehin ein besonderes Konstrukt: Es handelte sich dabei um den hinterenTeil eines Moskwitsch, ein Kraftfahrzeug eines russischen Automobilherstellers. Zudem hatte der findige Erschaffer des Anhängers den Sitz einer Pferdekutsche und eine Baustahlmatte verbaut, um mit der gewonnenen Höhe das Ladevolumen zu vergrößern.

Unabhängig von der fehlenden Betriebserlaubnis war der Anhänger hoffnungslos überladen. Statt der zulässigen Gesamtmasse von 350 Kilogramm wog der Anhänger 740 Kilogramm. Das komplette Gespann wurde nach dem Wiegen in Homberg auf Veranlassung des Eigentümers unter Polizeibegleitung zu einem nahegelegenen Schrotthändler gebracht.

Dem Bulgaren droht nun wegen der vorsätzlichen Inbetriebnahme des überladenen Fahrzeuggespanns eine Geldstrafe in Höhe von 470 Euro.

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