Ursachenforschung

Kostenexplosion beim Jugendzentrum: Stadt begleicht jetzt Rechnungen

Schön, aber teuerer als gedacht: Die Kosten für das Jugendzentrum sind explodiert. Foto: Yüce

Homberg. Die Kostenexplosion beim Jugendzentrum im Davidsweg in Homberg beschäftigte am Donnerstagabend die Stadtverordneten in der Homberger Stadthalle.

Die Stadt müsse in die Lage versetzt werden, Handwerkerrechnungen zu zahlen. Derzeit sei man dazu nicht in der Lage. „Sie warten auf ihr Geld“, sagte Bürgermeister Dr. Nico Ritz und warb für die Freigabe von 330 000 Euro.

Es komme jetzt ans Licht, was in den vergangenen zwölf Jahren - während der Amtszeit von Bürgermeister Martin Wagner - im Untergrund gehalten wurde, sagte Klaus Bölling (Grüne) bei der Homberger Stadtverordnetensitzung. „Wir haben viel zu lange die Augen zugemacht und müssen jetzt endlich debattieren.“ Es handele sich um eine schwerwiegende Angelegenheit. Nicht nur wegen der Zusatzkosten: Die Kontrolle an oberster Stelle habe versagt. Die Erkenntnis, dass der Umbau mehr koste als ursprünglich geplant, komme zu spät. „Wir sind aber keine Bausachverständigen“, betonte er. Und weil die Kontrolle versagt habe, forderte Günther Koch (FWG) den Magistrat auf, Verantwortung zu übernehmen.

Erstmal aufklären

Dazu Stefan Gerlach (SPD): Man müsse erstmal herausfinden was passiert ist, bevor man Köpfe fordere. Der Magistrat hätte die Stadtverordneten nicht bewusst in die Irre geführt. „Wir wurden alle hinters Licht geführt“, so Gerlach. Eckbert Siebert (FWG) rechnet nach: Von Juni bis November seien plötzlich Kosten von 550 000 Euro entstanden. „Das kann ich nicht verstehen“, so Siebert, denn im Juni hieß es, dass 75 Prozent der Baukosten gezahlt seien.

Das Geld sei irgendwo im Bau verschwunden, und dieses Rätsel müsse man jetzt lösen, sagte Gerlach. Er sei froh, dass die Verwaltung nun nachbohre - der Sache auf den Grund gehe. Es habe Verschleierungstendenzen im Rathaus gegeben. „Wir müssen den Weg der Intransparenz verlassen“, so Gerlach. Deshalb sei die Krise zugleich eine Chance. Peter Dewald (CDU) sagte, dass so etwas nie wieder passieren dürfe. Er forderte ein internes Kontrollsystem.

„Vielleicht waren wir auch selbst zu vertrauensselig“, bemerkte Manfred Ripke (FDP). Es deute vieles auf Täuschung hin, sagte Achim Jäger (FWG). Er wollte wissen, ob das Geld tatsächlich an Handwerker fließe und nicht etwa für Provisionen ausgegeben werde. Man sei fieberhaft dabei, alle Kosten zusammenzustellen, doch noch gebe es keine fertige Aufstellung, so Ritz. Er betonte, dass die Rechnungen selbstverständlich geprüft würden. Beschluss: Bei sechs Gegenstimmen (FWG/Schnappauf) stimmten die Stadtverordneten dafür, 330 000 Euro bereitzustellen.

Von Maja Yüce

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