Flüchtlinge stellen Tafeln vor Herausforderung - Homberg hat lange Warteliste

Vitaminreich: Jafari M. aus Afghanistan holt für sich und seine drei Kinder im Ziegenhainer Tafelladen frische Lebensmittel, rechts Tafelhelferin Hiltrud Holland-Letz. Foto: Quehl

Schwalm-Eder. Die große Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden hat 2015 die vier Tafeln im Landkreis vor neue Probleme gestellt. Sie versorgten mehr Zuwanderer denn je.

Damit stellte das vergangene Jahr eine der größten Herausforderung seit Gründung der Tafelarbeit im Landkreis mit den Stellen in Fritzlar, Homberg, Schwalmstadt und Melsungen dar.

Die aber habe man gut gemeistert, sagt Margret Artzt, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Schwalm-Eder. Das Grundprinzip sei stets gewesen, dass die Flüchtlinge und Asylsuchenden gegenüber anderen Menschen mit geringem Einkommen weder bevorzugt noch benachteiligt werden sollten. Dieses Gleichgewicht ist fragil, da die Zahl derer, die die Tafeln in Anspruch nehmen, steigt - sowohl von seiten der Flüchtlinge als auch derer, die schon lange im Landkreis leben.

Wie groß die Gratwanderung ist, wird an der Homberger Tafelarbeit deutlich. Von den 489 Tafelkunden stellen die Flüchtlinge mit 192 Menschen ein Drittel der Bedürftigen dar. Tendenz: steigend. Das wird anhand der langen Warteliste deutlich. Dort sind die Namen von weiteren 114 Menschen verzeichnet, die auf eine Unterstützung durch die Tafel hoffen.

In den Tafelläden in Fritzlar, Melsungen und Schwalmstadt gibt es zwar keine Wartelisten, aber doch viele Bedürftige. In Fritzlar stieg ihre Zahl von 387 auf 403 Menschen (darunter 34 Flüchtlinge), in der Schwalm von 363 auf 401 (94 Flüchtlinge). Die höchste Zahl der Tafelkunden gibt es in Melsungen: 509 (71 Flüchtlinge).

In Homberg ist die Zahl der Bezieher von 496 auf 489 gesunken, die Warteliste dafür deutlich angewachsen. „Wir stoßen an unsere Grenzen“, sagt Margret Artzt. „Wir haben keine Lösung für das Problem. Wir wissen nur, dass wir vorerst niemand mehr aufnehmen können.“

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