Sela hat neuen Lebensmut

Homberger Friseurin nach Krebserkrankung zurück in Ausbildung

Homberger Friseurin nach Krebserkrankung zurück in Ausbildung
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Willkommen Zuhause: Dirk Schaller und sein Team hatten im vergangenen Jahr eine Spendenaktion für die an Krebs erkrankte Sela Gebre Medhin gestartet. Jetzt hat die 23-Jährige ihre Ausbildung wieder aufgenommen. 

Sela hat neuen Lebensmut. Die Homberger Friseurin ist nach einer Krebserkrankung zurück in Ausbildung.

  • Sela Gebre aus dem Schwalm-Eder-Kreis musste wegen einer Krebserkrankung ihre Ausbildung zur Friseurin pausieren
  • Mit Anfang 20 bekam sie die Diagnose Brustkrebs
  • Nun kann sie weiterarbeiten - mit neuem Lebensmut

Homberg - Die Haare sind zurück, sie wachsen wieder. Sela ist zurück, sie strahlt wieder. Etwas mehr als ein Jahr nach der Diagnose Brustkrebs und einer Spendenaktion ihrer Kollegen mit einem überwältigenden Ergebnis ist die 23-Jährige zurück im Friseurladen von Dirk Schaller in Homberg (Schwalm-Eder-Kreis) – zunächst für drei Stunden täglich. Ein Ziel hat Sela Gebre Medhin dabei fest vor Augen: ihre Ausbildung abzuschließen.

Aus dem schüchternen jungen Mädchen, das sich kurz nach ihrer Krebsdiagnose auch noch den Arm gebrochen hatte, ist eine freundliche junge Frau mit jeder Menge Lebensmut geworden. Sela Gebre Medhin strahlt Kraft aus. Kraft, die ihr Arbeitskollegen, ihr Freund und viele, viele Homberger gegeben haben. „So viele Menschen aus Homberg haben mir die Daumen gedrückt. Ich hatte so viel Unterstützung“, erzählt sie.

Diagnose Brustkrebs mit Anfang 20

Dennoch war die Zeit nicht immer einfach. Im vergangenen Jahr erhielt die Auszubildende, die aus Eritrea nach Deutschland kam, die Diagnose Brustkrebs – mit Anfang 20. Sie wollte ihre Eizellen einfrieren lassen, um auch nach Chemotherapie und Bestrahlung noch Kinder bekommen zu können. Doch Einlagerung und Behandlung konnte sie sich nicht leisten. Kurzerhand startete das Team des Friseursalons von Dirk Schaller eine Spendenaktion, organisierte einen Rocksalon, bei dem Musiker ohne Gage spielten (HNA berichtete). Mehr als 5000 Euro kamen so zusammen.

Das Elternhaus Kassel, unter dessen Dach unter anderem der Verein krebskranker Kinder in Kassel zusammengefasst ist, habe Teilkosten der OP übernommen, berichtet Dirk Schaller. „Sie haben uns geholfen, weil wir immer wieder Geld aus unseren Aktionen dorthin spenden.“ So sei genug Geld geblieben, damit Sela ihre Eizellen einfrieren und lagern lassen konnte. Nach Chemotherapie, Bestrahlung und einer Operation erhalte sie nun noch bis August Antikörper.

Ihre Haare wachsen wieder

Obwohl sie schwer unter der Diagnose gelitten habe, macht eine Sache die junge Frau doch ganz besonders glücklich: Ihre Haare wachsen wieder. „Es war schlimm, meine Haare zu verlieren.“ Aus dem wilden Afro, den sie noch vor einem Jahr hatte, ist inzwischen wieder ein Lockenkopf geworden. „Ich muss sogar wieder mit Kissen schlafen“, erzählt Sela und lächelt. Das habe sie mit wilder Lockenmähne nicht gebraucht.

Inzwischen kommt Sela Gebre Medhin mit neuem Lebensmut an ihre Arbeitsstelle. Die Behandlung laufe nach wie vor gut. Ob sie vollkommen geheilt ist, könne erst beantwortet werden, wenn im Sommer auch die Therapie mit den Antikörpern abgeschlossen sei, berichtet sie.

Nach wie vor ist die Hombergerin glücklich über die große Welle der Hilfsbereitschaft, die sie im vergangenen Jahr erfahren durfte. „Ich bin immer noch so sprachlos“, sagt Sela. „Es ist so schön und unglaublich, wie viele Menschen mir geholfen haben.“

Von Chantal Müller

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