Leerstand soll nach zehn Jahren beendet werden

Asklepios will Krankenhaus für einen Euro an Stadt Homberg verkaufen

Blick aufs ehemalige Krankenhaus in Homberg
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Die Natur erobert sich das Areal zurück: Das ehemalige Krankenhaus ist überwuchert von Pflanzen. Seit Jahren wird das Grundstück nicht mehr gepflegt und ist immer wieder Ziel von Vandalen.

Vor fast genau zehn Jahren wurde das Kreiskrankenhaus in Homberg vom Klinik-Konzern Asklepios geschlossen. Seither steht das Gebäude leer, ein Käufer war nicht in Sicht. Nun liegt der Stadt ein Angebot vor.

Nahezu nebenbei berichtete Bürgermeister Dr. Nico Ritz in der jüngsten Sitzung der Homberger Stadtverordneten: „Asklepios hat uns ein Angebot zum Kauf der ehemaligen Klinik gemacht.“ Die Stadt habe nun ein Jahr Zeit, sich ein Konzept zu überlegen und zu entscheiden, ob sie das Areal für einen Euro vom Klinikbetreiber mit Hauptsitz in Hamburg kauft (HNA berichtete). Eine überraschende Nachricht mit Durchschlagskraft – auch wenn das Parlament sie regelrecht emotionslos aufnahm.

Im Jahr 2006 übernahm Asklepios Kliniken im Schwalm-Eder-Kreis

Asklepios hatte die Klinik an der Melsunger Straße sowie die Krankenhäuser in Melsungen und Schwalmstadt im Jahr 2006 vom Schwalm-Eder-Kreis gekauft. Nur zwei Jahre später wurden die Einrichtungen in Homberg und Schwalmstadt zu einem Krankenhaus mit zwei Standorten zusammengelegt, 2010 erfolgte die endgültige Schließung in der Kreisstadt. Was danach passierte, gleicht einer beispiellosen Hängepartie.

Der Konzern fand über Jahre hinweg keinen Käufer für das Areal. Asklepios koppelte den Abriss des Gebäudes an den Verkauf des Geländes. Noch vor zwei Jahren sagte Asklepios-Sprecher Rune Hofmann: Im schlimmsten Fall könne sich die Situation über Jahre hinziehen. Außer Besichtigungen habe sich nichts ergeben, sagte Sprecher Mathias Eberenz im vergangenen Jahr. Dass der geforderte Kaufpreis ein Grund dafür ist, dass sich kein Interessent findet, glaubte Eberenz damals nicht.

Davon hat der Konzern nun offenbar genug. „Wir wollen die Situation nach so langer Zeit einfach beenden“, sagt Dr. Dagmar Federwisch, Geschäftsführerin der Asklepios-Klinik Schwalmstadt auf HNA-Anfrage. Die Gespräche mit der Stadt liefen seit einiger Zeit. Der Konzern glaube, dass es für beide Seiten eine gute Lösung wäre. Aus Sicht von Asklepios ein sinnvoller Schachzug.

Asklepios fand keine Käufer für Areal in Homberg

Fanden sich doch über Jahre hinweg weder Käufer noch seriöse Interessenten für das Areal. Die ehemalige Kreisklinik kostet den Konzern Jahr für Jahr Geld. Der Zustand des Gebäudes verschlechtert sich, in Internetforen gilt es als Lost Place (verlassener Ort), der immer wieder zum illegalen Treffpunkt von Hobbyfotografen wird; von den zahlreichen Vandalismusschäden ganz zu schweigen. Die Abrisskosten sind enorm. Schätzungen gingen von einer Million Euro aus. „Wir wollen das Kapitel in der Region abschließen“, sagt Federwisch.

Die Stadt hat nun bis zum Sommer 2021 Zeit, sich zu überlegen, ob sie das Kaufangebot von Asklepios annimmt. Bis dahin muss sie eine Idee für das Areal oberhalb des Seniorenzentrums Papillon entwickeln. Sollte Homberg dann allerdings Nein zum Kauf sagen, scheint es für Asklepios bisher keinen Plan B zu geben: „Wir gehen davon aus, dass Plan A funktioniert“, so Federwisch im HNA-Gespräch. Man habe mit der Stadt eine Vereinbarung getroffen, auf die man sich konzentrieren wolle. Nun gelte es abzuwarten, wie sich das Homberger Parlament entscheide, sagt die Geschäftsführerin der Schwalmstädter Klinik.

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