Ab 2020 - Dekanate bleiben bestehen

Fusion zum Kirchenkreis Schwalm-Eder steht an

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Wie geht es weiter mit dem Kirchenkreisamt in Homberg: Mit der Fusion der drei Kirchenkreise im Landkreis wird das Kirchenkreisamt in Homberg zu klein. 

Die drei Kirchenkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain fusionieren zum Kirchenkreis Schwalm-Eder. Damit setzen sie eine Vorgabe der Landeskirche um.  

Das neue zentrale Kirchenkreisamt Schwalm-Eder wird in Homberg stehen. 

Dekanin Sabine Tümmler ist erleichtert: „Ich bin dankbar, dass die Kreissynodalen eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen haben.“ Gemeint ist damit der Zusammenschluss der drei Kirchenkreise zu einem Kirchenkreis. Dafür sprachen sich die 77 Synodalen im Gemeindezentrum in Borken einstimmig aus.

Demnach sollen die Kirchenkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain zum 1. Januar 2020 einen Kirchenkreis bilden. Bestehen bleiben sollen dagegen die drei Dekanate in ihrer bisherigen Form. Damit „bleiben die drei Dekane nahe bei den Menschen vor Ort“, kommentiert Tümmler die einmalige Entscheidung in der Landeskirche.

Zufrieden mit der Entscheidung zeigte sich auch der Präses der Synode, Hartmut Paul. Es sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Geschuldet sei der Zusammenschluss dem Mitgliederschwund in den Kirchenkreisen. So verliere der Kirchenkreis Fritzlar-Homberg jährlich 1000 Mitglieder. Ähnlich sei es in den anderen Kirchenkreisen. „Wir reagieren nur auf den Mitgliederschwund“, erklärt Paul. Darüber hinaus sei eine neue Struktur schon bei der Landessynode im Frühjahr 2017 gefordert worden. Wenn die Fusion 2020 vollzogen ist, sei der neue Kirchenkreis der größte der Landeskirche und stelle ein Achtel der Mitglieder.

Dennoch, die Kirche entferne sich nicht von ihren Mitgliedern. „Es ist eine Strukturreform auf der mittleren Verwaltungsebene“, sagt Paul. Nicht betroffen ist die Gemeindeebene. Dort blieben die Pfarrer weiter Ansprechpartner für alle seelsorgerischen Belange. „Es ist kein Eingriff in das Gemeindeleben“, fasst der Präses zusammen. Mit der Fusion der Kirchenkreise geht die Zusammenlegung der Kirchenkreisämter einher. Dies sei nötig, weil manches Rentamt zu klein sei, um beispielsweise das Vier-Augen-Prinzip oder die fachliche Vertretung bei Krankheit und Urlaub aufrechtzuerhalten. Befürchtungen, mit der Fusion der Kirchenkreise würden Arbeitsstellen wegfallen trat Paul entschieden entgegen. „Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben, alle behalten ihren Arbeitsplatz.“ Das sei beim Zusammenschluss der Kirchenkreise von Fritzlar und Homberg auch so gewesen.

Keine Entscheidung gefallen sei, wo künftig das Kreiskirchenamt in Homberg stehen wird. Sicher sei zum einen, dass keine Containerlösung beabsichtigt ist und, dass das Gebäude am Sandweg im momentanen Zustand zu klein sei, um Platz für 60 Arbeitsplätze zu bieten. Schwierig sei es, ein Gebäude zu finden, das diese Voraussetzung erfülle. Die wirtschaftlichste Lösung sei ein Neubau, gebaut nach den Standards der Wärmedämmung und der Gestaltung von Arbeitsplätzen. Ein Architekt soll deshalb die Kosten der verschiedenen Möglichkeiten berechnen. Dabei sei klar, dass sparsam mit dem Geld, das die Landeskirche zur Verfügung stellt, umgegangen werden muss. Bis zur Entscheidung, werden die Kirchenkreisämter an ihren angestammten Orten bleiben, sagt Paul. 

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