Neuer Platz für Fußballer

Fußballplatz am Homberger Stellberg erhält Kunstrasen

Stehen bereit: von links Konstantin Bachmann, Jobst Walter, Jürgen Thurau, Joachim Schneider, Claudia Ullrich, Dr. Nico Ritz, Larissa Kansy und Benjamin Neidert auf dem Homberger Sportplatz, der jetzt zum Kunstrasenplatz umgebaut wird.
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Stehen bereit: von links Konstantin Bachmann, Jobst Walter, Jürgen Thurau, Joachim Schneider, Claudia Ullrich, Dr. Nico Ritz, Larissa Kansy und Benjamin Neidert auf dem Homberger Sportplatz, der jetzt zum Kunstrasenplatz umgebaut wird.

Die Fußballer in Homberg können sich freuen. Am Homberger Stellberg wird ein Kunstrasenplatz gebaut. Er soll möglichst umweltschonend gebaut werden.

Homberg – Anstoß für den Kunstrasen: Auf dem Homberger Stellberg wird derzeit alles für die Arbeiten am neuen Kunstrasenplatz vorbereitet. Wenn alles gut läuft, können schon im November die ersten Spieler auf der neuen Fläche trainieren. Halten soll die Fläche bei entsprechender Pflege bis zu 15 Jahre.

„Es wird grün“, sagt Jobst Walter bei der Projektvorstellung. Der Platz soll mit Treppen erschlossen werden, um das Areal sollen Wege entstehen. Im Böschungsbereich ist eine Tribüne für etwa 150 Besucher vorgesehen. Eine sechsmastige Beleuchtungsanlage ermöglicht das Training auch im Herbst und Winter. Außerdem wird laut Walter eine Bewässerungsanlage eingebaut. „Sie verbessert das Ballrollverhalten.“ Darüber hinaus ermögliche sie im Sommer eine Verdunstungskälte und könne für Abkühlung sorgen. Für Technik und Sportgeräte sind kleine Garagen vorgesehen.

Homberg: Am Stellberg entsteht ein Kunstrasenplatz

„Anfang/Mitte November wollen wir damit fertig sein“, sagt Walter. Damit geht es nun ganz schnell, bis der Platz bespielbar ist. Die Planung hat sich hingezogen: Bereits im November 2019 hatte das Parlament dem Ausbau zugestimmt, Planungen sahen eine Fertigstellung für Ende 2020 vor.

Für die vielen Fußballspieler erfüllt sich nun allerdings ein Traum. „Wir freuen uns definitiv“, sagt David Vonholdt, der die Jugendabteilung des FC Homberg betreut. Eltern und Kinder hätten immer wieder gefragt, wann es endlich losgehe. Zwar werde die Übergangszeit noch einmal schwierig – sie müssen vorerst auf andere Plätze und Kommunen ausweichen. „Aber besonders in den Wintermonaten sind wir viel flexibler im Training“, sagt der Jugendtrainer und bezeichnet den Umbau als immensen Fortschritt für die Zukunft.

Kunstrasenplatz in Homberg: Es wird auch zwei Jugendfelder geben

Mehr als zehn Mannschaften trainieren laut Vonholdt jede Woche auf dem Rasen. Mehr als 25 Stunden in der Woche war vor Corona Betrieb – täglich mindestens drei Stunden. Um allen ein Training zu ermöglichen, musste der Platz gedrittelt werden. Der Kunstrasenplatz erleichtert das: Neben dem Großfeld wird es zwei Jugendfelder geben. „So kann die Platzfläche zu 100 Prozent genutzt werden“, sagt Walter. Neben den vielen Fußballern sollen künftig auch die zahlreichen Schulkinder Sport auf dem Kunstrasenplatz machen können – ebenso wie andere Vereine.

So soll er aussehen: Der neue Kunstrasenplatz erhält auch zwei Jugendspielfelder.

Kunstrasenplatz in Homberg soll möglichst umweltschonend gebaut werden

Zwar sei ein Sportplatz – auch ein Naturrasenplatz – immer ein technisches Bauwerk, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Dennoch habe man wert darauf gelegt, möglichst umweltschonend zu arbeiten. So wird auf dem Platz kein Gummigranulat verwendet, um keine Mikrokunststoffe aufzutragen. Die Lichtmasten würden mit LED-Technik ausgestattet, eine Teilschaltung sei möglich. „Man muss nicht das komplette Feld beleuchten“, sagt Walter. Etwa beim Torwart-Training können nur zwei der sechs Masten angeschaltet werden. In Sachen Helligkeit habe man sich auf ein warmes, insektenfreundliches Licht geeinigt.

Nachdem in den nächsten Tagen die Bauzäune gestellt wurden, wird es schnell gehen auf dem Stellberg. Wenn der Rasen abgeschält wurde, bringen die Arbeiter eine Kalk-Zementbinder-Stabilisierung auf. „Das bindet ab und bringt Profil“, so Walter. Im Anschluss folgen Schotter und Drainage und schließlich die Nivellierschicht als Tragschicht.

2400 Stunden pro Jahr kicken

Die Lebensdauer eines Kunstrasens liegt bei guter Pflege bei zwölf bis 15 Jahren, sagt Jobst Walter vom Planungsbüro SIG-Hessen Ingenieure. Laut einer Studie, die der DFB in Auftrag gegeben hat, vertragen Kunstrasenplätze etwa 2000 bis 2500 Nutzungsstunden im Jahr. Bei Naturrasen liegt die Zahl bei 400 bis 800 Stunden. Kunstrasenplätze könnten bis zu Minus zehn Grad bespielt werden, so Walter. Für den Platz in Homberg werden 1,3 Millionen Euro fällig. 90 Prozent werden von der Regierung gefördert, zehn Prozent trägt die Stadt.

(Chantal Müller)

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