Landesstiftung vergibt Geld für neue Ideen

Homberg als einzige Stadt im Kreis im Programm „Land mit Zukunft“

+
Leerstand, Abwanderung: Das sind Probleme, mit denen viele Städte zu kämpfen haben. Homberg ist jetzt ins Förderprogramm „Land mit Zukunft“ aufgenommen worden. Projekte sollen entwickelt werden, um dem demografischen Wandel entgegen zu treten.

Homberg. Homberg ist als Modellkommune in das Programm „Land mit Zukunft" der Landesstiftung „Miteinander in Hessen" und der Herbert-Quandt-Stiftung aufgenommen worden.

Im Schwalm-Eder-Kreis ist Homberg die einzige Stadt in diesem Programm. Hessenweit wurden sechs Städte aufgenommen.

Was tun, wenn immer mehr junge Menschen wegziehen? Wenn Geschäfte schließen, der Bus seltener fährt, der Hausarzt keinen Nachfolger findet und leerstehende Häuser das Stadtbild prägen? Es ist ein bisschen so, als stünde man in den Städten und Gemeinden des Kreises am Rande eines reißenden Stromes, den man mit kleinen Stöckchen aufzuhalten versucht. Immerhin: Die Homberger bekommen jetzt einen kleinen Baumstamm gereicht, um den Strom zu bremsen.

Als einzige Stadt im Schwalm-Eder-Kreis ist Homberg ins Programm „Land mit Zukunft“ aufgenommen worden. Das bedeutet vor allem, dass die Stadt drei Jahre lang je 20.000 Euro erhält, um gemeinsam mit engagierten Bürgern Wege finden, der Überalterung und Abwanderung entgegen zu treten. So sollen ab Juni in den besonders vom demografischen Wandel betroffenen Kommunen innovative Projekte zur Stärkung des Gemeinwesens entwickelt und erprobt werden.

Das sei eine gute Nachricht, sagte Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz im HNA-Gespräch. Denn dadurch habe Homberg die Chance, dass noch mehr Bewegung in die Stadtentwicklung komme.

Neben dem Fördergeld gibt es eine Projektbegleitung, Fortbildungen und wissenschaftliche Studien. Dabei setze man auch auf das Expertenwissen der Bürger. Es gehe um die Verbesserung der Lebensqualität und des sozialen Zusammenhalts in ihren Kommunen, so der Vorstandsvorsitzende der Landesstiftung, Axel Wintermeyer. „Mit dem neuen Programm möchten wir die Bürger unterstützen, ihre Ideen zu verwirklichen.“

Die Modellkommunen, zu denen neben Homberg noch Bad Karlshafen, Schlitz, Sontra, Tann und Waldeck gehören, stünden zwar vor großen Herausforderungen, es gebe dort viele aktive Bürger, die etwas verändern wollen.

Den Auftakt sollen Bürger-Dialoge bilden, die im Juni beginnen. Dabei sollen die besonderen Bedingungen der Stadt erörtert und erste Projekt-Ideen entwickelt werden. Im Anschluss sollen die Vorhaben im Detail ausgestaltet und in die Tat umgesetzt werden. Der gesamte Prozess wird von den Organisatoren der Stiftungen moderiert und begleitet.

„Neben der Förderung vor Ort möchten wir Erkenntnisse gewinnen, die auf andere Städte und Regionen übertragbar sind“, so Dr. Christof Eichert, Vorstand der Herbert Quandt-Stiftung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.