Bundesjustizministerin Katarina Barley sprach in der Homberger Stadthalle

Gemeinsam mehr erreichen: Neujahrsempfang der SPD Schwalm-Eder stand im Zeichen Europas

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Sorgten für die Musik: Paula und Emil Klöpfel spielten beim Neujahrsempfang.

Homberg – „Ich mache mir Sorgen um den Zustand Europas“, sagte Bundesjustizministerin Katarina Barley am Freitag in der Homberger Stadthalle. Die Spitzenkandidatin der SPD für die Europawahl war Gastrednerin beim Neujahrsempfang der SPD Schwalm-Eder.

Und so stand der Abend ganz unter dem Motto „Europa ist die Antwort“.

Gemeinsame Lösungen für 28 Staaten, die Sicherung von Frieden und freie Grenzen – das alles sei der Verdienst der Europäischen Union, sagte Katarina Barley. Zukunftsthemen wie Klimawandel und Digitalisierung kann Deutschland nicht alleine stemmen. „Sicherheit und Klimaschutz machen an der Grenze nicht Halt“, sagte sie. Es habe allerdings zu wenige Menschen gegeben, die für diesen europäischen Gedanken eingestanden haben. Dieser gemeinsame Gedanke sei verloren gegangen. „Deshalb will ich für die EU einstehen.“

Barley, die selbst britische Wurzeln hat, bezeichnete den Brexit als eine Folge davon. „Das passiert, wenn man das Juwel, das wir haben, nicht wertschätzt.“ Umso wichtiger sei es, mit Menschen zu verhandeln, die andere Ansichten haben, als man selbst.

Diesem Gedanken folgte auch Günter Rudolph, Mitglied des Landtags und Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, in seiner Rede. Das Auseinanderdriften der Gesellschaft müsse aufgehalten werden. „Wir müssen die Warnsignale hören.“ Dass in Deutschland seit 1945 Frieden herrsche, sei den Ländern zu verdanken, die „uns nach dem Krieg die Hand gereicht haben“.

Sorgten für die Musik: Paula und Emil Klöpfel spielten beim Neujahrsempfang.

Barley griff das Beispiel Irland auf: Das Friedensabkommen, das sogenannte Karfreitagsabkommen, zwischen Nordirland und Irland war vor 20 Jahren erst durch die EU möglich geworden, blutige Auseinandersetzungen wurden damit verhindert. Vor wenigen Wochen aber explodierte dort eine Autobombe. „Wir dürfen einen erneuten Krieg nicht wieder zulassen“, appellierte Barley. Sie verglich die EU mit einer Familie, in der man sich auch streiten darf. „Eine Familie liebt sich aber trotzdem.“

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