Summer of Pioneers

Großstadtvielfalt in Homberg: Mögliche Betreiber des Gasthauses Krone stellen Konzept vor

Soll Kulturzentrum werden: Die Krone in der Homberger Altstadt wird derzeit barrierefrei umgebaut und zum hippen Zentrum werden.
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Soll Kulturzentrum werden: Die Krone in der Homberger Altstadt wird derzeit barrierefrei umgebaut und zum hippen Zentrum werden.

Die Vielfalt von Angeboten aus der Großstadt unter einem kleinstädtischen Dach: Mit Lisa-Mona Amling, Jörg Jessen und Peter Schmidt hat die Stadt Homberg drei Teilnehmer des Summer of Pioneers gewonnen, die künftig das Gasthaus Krone betreiben sollen.

Ein „Leuchtfeuer für ganz Nordhessen“ soll es werden, sagt Jörg Jessen. Das Konzept haben sie in der jüngsten Sitzung dem Stadtparlament vorgestellt.

Wenn Jessen und Schmidt von ihren Plänen für die Krone, dem ältesten Gasthaus Hessens, sprechen, dann geht es um mehr Lebensqualität, um Vereine und viel Potenzial. Das sehen sie in dem Gasthaus ganz sicher und vor allem – Potenzial.

Die Krone soll, wenn es nach Amling, Jessen und Schmidt geht, ein Anker-Ort in der Altstadt werden. Sie wollen Platz schaffen für lokale Gruppen, eine zeitgemäße Kulinarik anbieten, Kultur schaffen. Platz für Tagungen und ein musikalisches Angebot für die Region sind ebenfalls vorgesehen.

Erreichen wollen sie das mit einem Café, das abends zur Bar wird, erklärt Jessen und zählt Nutzungsmöglichkeiten auf: Plattform für regionale Gastronomie, Kabarett, Kleinkunst und ein öffentlicher Mittagstisch seien vorstellbar. Lesungen, Kochevents, eine offene Bühne. Aber auch ein Programmkino, Tanzschul--Events und die Etablierung eines Jazz-Festivals schweben der Gruppe vor. „Das alles soll zum Weiterdenken und -entwickeln anregen“, betont Schmidt.

Ziel ist, das Haus, das derzeit noch barrierefrei umgebaut und in einen zeitgemäßen Zustand versetzt wird, von morgens bis abends zu bespielen. „Wir brauchen ein gutes Designkonzept. Das muss nicht teuer, aber gut gemacht sein“, zeigt sich Schmidt überzeugt.

Wovon das Trio spricht, weiß es ganz genau. Amling, Jessen und Schmidt können Erfahrungen in Gastronomie, Kultur, Design zurückgreifen. Lisa-Mona Amling etwa war Küchenchefin in Wien, sie versucht derzeit in Zusammenarbeit mit der Stadt, gesündere Mahlzeiten in den städtischen Kitas zu etablieren. Jörg Jessen war Mitbegründer des Szeneclubs Freischwimmer in Berlin und unterstützt Homberg in Sachen digitale Verwaltung. Architekt Peter Schmidt kann auf ein großes Netzwerk an Kulturschaffenden zurückgreifen.

Bürgermeister Dr. Nico Ritz ist froh, dass sich mit dem Team Menschen gefunden haben, die den Blick von außen haben, unvorbelastet auf Haus und Projekt schauen. Denn aus dem Gasthaus sollte schon einiges werden. Es war ganz traditionell Gasthaus und Veranstaltungsraum, die Krone diente als Ort der Kultur und gehörte einer Brauerei, bevor sich die Stadt entschloss, das Gebäude zu kaufen. Aus der Idee, das Haus mit einer Handwerker-Kooperative zu sanieren, wurde nichts: „Die Konjunktur hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Ritz.

Nun also soll das Gasthaus Krone am Marktplatz zum soziokulturellen Zentrum in der Altstadt werden. Mit den Ideen aus dem Betreiberkonzept ist ein Anfang immerhin getan. (Chantal Müller)

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