Schritt für Klimaschutz

Grüner Strom für Homberg: kbg stellt auf Ökostrom um

Prokurist Joachim Völker und hauptamtlicher Vorstand Stefan Fennel stehen vor einer roten Wand, die das Logo der Kraftstrombezugsgenossenschaft ziert.
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Bilden die Spitze der Kraftstrombezugsgenossenschaft: Prokurist Joachim Völker und hauptamtlicher Vorstand Stefan Fennel.

Die Kraftstrombezugsgenossenschaft (kbg) wird grün: Mit Beginn des neuen Jahres stellt der Homberger Stromversorger für alle Tarif- und Kleingewerbekunden auf 100 Prozent Ökostrom um.

Homberg - Außerdem sollen Kunden künftig klimaneutrales Erdgas beziehen können. Für das Unternehmen ein weiterer Baustein in seiner Klimaschutzstrategie.

„Das ist ein Riesenschritt für uns“, sagt Vorstand Stefan Fennel. Während die kbg bereits eine Photovoltaikanlage in Wernswig gebaut hat, sich in Sachen Elektromobilität engagiert und künftig auch den Betrieb der städtischen E-Ladesäule übernehmen wird, soll die Stadt noch weiter durch die verbesserte Energiebilanz profitieren. Denn mit der Umstellung auf Ökostrom und Ökogas werden, so Fennel, „alle kbg-Kunden beim Stromverbrauch auf einen Schlag bilanziell keine Co2-Emissionen mehr ausschütten“. Erstmals messbar werde der Effekt wohl Ende 2021 sein.

Kunden der kbg werden also künftig mit zertifiziertem Wasserkraftstrom beliefert, für das klimaneutrale Erdgas schafft der Stromversorger Kompensation: Die kbg unterstützt Bau und Betrieb von Wind- und Wasserkraftanlagen finanziell. Dafür erhalte das Unternehmen Zertifikate, so Fennel. Die Umstellung von Strom und Gas auf das neue Ökoangebot kostet Kunden nichts. Profitieren werden aber nicht nur Kunden. Jeder, der sein Elektroauto oder E-Bike an einer Ladesäule in der Stadt lädt, lädt sie künftig Co2-neutral.

Damit passt sich das Unternehmen nicht nur an den Markt an, auf dem es „eine wichtige Rolle spielen“ will, sondern reagiert auch auf den veränderten Umgang seiner Kunden mit Strom. Im Vergleich zum Vorjahr sank 2019 die Stromabsatzmenge um 1,6 Prozent auf 22,7 Kilowattstunden. „Der Verbrauch pro Kopf ist rückläufig“, so Fennel. Das liege vor allem an Photovoltaik-Anlagen, die einen hohen Eigenverbrauch sicherstellten und energiesparenden Geräten. Ende 2019 waren bei der kbg 756 EEG-Anlagen am Netz, davon 752 Photovoltaik-Anlagen.

Außerdem betreibt die kbg drei Wasserkraft- und eine Windkraftanlage. „Selbst im Winter, wenn die Sonne mal scheint, wird der Strom ins vorgelagerte Netz eingespeist“, erklärt Fennel. Dieser Trend werde weiter anhalten. Negativ für die Stadt: Wenn weniger Strom abgesetzt wird, fällt auch eine geringere Konzessionsabgabe an, die die kbg jährlich zahlt, um die Leitungen nutzen zu dürfen. Der Gesamtabsatz im Gasbereich konnte die kbg hingegen steigern – von 22,4 kw/h 2018 auf 25,5 kw/h in 2019. Auch Kunden wurden hinzugewonnen. Die kbg betreut nun 791.

Der Strommarkt ist hart umkämpft. Etwa 100 Anbieter gibt es laut Prokurist Joachim Völker in der Stadt. 87 Prozent aller Haushalte werden allerdings von der kbg versorgt. „In den Stadtteilen liegt noch Arbeit vor uns“, sagt Fennel. Dort würden 39 Prozent mit Strom von der kbg beliefert, die seit 2017 das Stromnetz in den Stadtteilen betreibt.

Seither konnten 647 Kunden hinzugewonnen werden. Nichts, worauf sich das Unternehmen ausruhen will: „Die Kundenentwicklung für 2020 sieht gut aus“, sagt Fennel mit Blick auf das laufende Jahr. (Chantal Müller)

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