Tafel und Kreide liegen bereit

Gute Wünsche an der Brücke: Holzhäuser sammeln Gedanken zur Coronazeit

Die Brücke in Holzhausen ist mit 1500 Lichtern geschmückt und leuchtet in der Dunkelheit.
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1500 Lichter in der Dämmerung: Die Holzhäuser haben ihre Brücke in der Adventszeit illuminiert.

Die goldenen Kieselsteine, die im vergangenen Jahr noch im Wasser funkelten und blitzten, hat die Efze längst fortgetragen. Wünsche soll die Holzhäuser Wünschebrücke in diesem Jahr trotzdem erfüllen. Wer auch immer an der Brücke vorbeikommt, kann seine Wünsche, Ideen und Gedanken einfach auf eine kleine Tafel schreiben, die die in der Dämmerung illuminierte Brücke über die Efze ziert.

Holzhausen - „Bleibt gesund“, „Hoffnung“, „Möge die Zeit schnell umgehen“ oder „Schöne Adventszeit“: Vor allem Gedanken, die sich mit der Pandemie beschäftigen, stünden auf der Tafel geschrieben, die in der Mitte der Brücke hängt. Das Coronavirus war auch Anlass für Carmen Beyers Idee. „Ich dachte, wir alle brauchen in dieser Zeit mehr Licht als sonst.“ So wurde die Brücke kurzerhand mit etwa 1500 Lichtern geschmückt, die sowohl morgens als auch abends Holzhausen erleuchten.

Wer sich auf den Weg machen will, um der Dorfgemeinschaft seine guten Wünsche da zu lassen, der braucht sich gar nicht großartig ausstatten und mit Malutensilien bewaffnen. An der kleinen Tafel finden sich kleine Kreidestücke in bunten Farben und ein Schwämmchen. So habe der neu geschaffene Ort bereits einige Kinder dazu eingeladen, auf der Tafel zu malen, erzählt Beyer.

Der Holzhäuserin war es ein Anliegen, auch in diesem Jahr, in der die Holzhäuser Märchenstraße ohnehin pausiert, ein Zeichen für eine normale Zeit zu setzen – und an den Erfolg der Wünschebrücke aus dem vergangenen Jahr anzuknüpfen. Einen 25 Kilo schweren Sack voll mit kleinen Kieselsteinen hatte die Vereinsgemeinschaft damals gold besprüht, mit kleinen Zetteln versehen und gegen Spenden abgegeben. „Das kam richtig gut an“, sagt Beyer.

Aus dem Erlös der Wunschbrücke, dem Stehrumseltisch bei dem Weihnachtsartikel verkauft wurden und aus den Einnahmen der Gruppe Rudolph and Friends, die Selbstgebasteltes aus Holz anboten, kamen beim Weihnachtsmarkt 2019 1500 Euro an Spenden zusammen. Die hat die Holzhäuser Märchenstraße an den Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) gespendet. Dort wird das Geld verwendet, um schwerkranken Menschen dabei zu helfen, einen letzten großen Wunsch zu erfüllen. So lässt die Holzhäuser Wünschebrücke dann doch den einen oder anderen Wunsch Wirklichkeit werden. (Chantal Müller)

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