Sitzung am 11. Juni

Haus Marktplatz 15: Es geht ums Vorkaufsrecht

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Steht zum Verkauf: Das Haus Marktplatz 15 (Mitte) grenzt gleich an die ehemalige Engel-Apotheke. Die Stadt könnte sich dafür ein Vorkaufsrecht sichern.

Homberg. Eigentlich sollte ein großes Einkaufszentrum die Homberger Altstadt beleben. Jahrelang hat man sich in der Kreisstadt an diesem Thema abgearbeitet.

Nun müssen neue Ideen her.

Es gab unterschiedliche Pläne, Fahrten in Städte, die solch ein Projekt umgesetzt haben, es gab jede Menge und lange Diskussionen und es soll auch Investoren gegeben haben.

Mittlerweile ist aber klar, dass das Vorhaben, welches vor allem von Hombergs Ex-Bürgermeister Martin Wagner vorangetrieben wurde, keine Zukunft hat. Doch wie soll es weitergehen? Sollte die Stadt das zur Zwangsversteigerung stehende Haus am Marktplatz 15 (ehemaliges Coop) kaufen?

Mit diesen Fragen werden sich die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstag, 11. Juni, in Sondheim beschäftigen. Dann geht es unter anderem darum, ob die Stadt ein gesetzliches Vorkaufsrecht für das Grundstück Marktplatz 15 ausüben wird.

Denn beim Verkauf von Grundstücken hat die Stadt nach dem Baugesetzbuch, unter bestimmten Voraussetzungen, ein Vorkaufsrecht. Für jeden Kaufvertrag ist dieses zu prüfen.

Grundlegende Entscheidung

Im Fall des Hauses am Marktplatz 15 handele es sich um eine grundlegende Entscheidung für die Stadtentwicklung, macht Bürgermeister Dr. Nico Ritz die Tragweite klar. Das Haus befinde sich gleich neben zwei städtischen Gebäuden - dem Bauamt und der Engel-Apotheke. Somit könnte es ein wichtiger Baustein für die weitere Innenstadtentwicklung sein. Allerdings ist es nicht zum Nulltarif zu bekommen. Knapp 200.000 Euro soll das Gebäude kosten, so Ritz.

Klar sei, dass auf dem Areal des östlichen Markplatzes ein zwingender Entwicklungsbedarf bestehe. Allerdings müsste man die Ambitionen drei Nummern kleiner ausfallen lassen, so Ritz weiter. Die Fläche habe aber unverändert einen besonderen Charme für die Innenstadtentwicklung: „Weil es eine große zusammenhängende Fläche ist“, sagt Ritz.

Man könne die zum Marktplatz liegenden Fachwerkgebäude erhalten und den hinteren Bereich von Bauamt und ehemaliger Engel-Apotheke abreißen. Dadurch würde das Umfeld aufgewertet, die Platzsituation entspannt und der Wohnstandort gestärkt. Gelinge die Zentralisierung der Verwaltung, dann würde das jetzige Gebäude des Bauamtes möglicherweise ebenfalls zur städtebaulichen Entwicklungsfläche. „All das in Kombination mit einer kleinteiligen Planung wäre eine massive Aufwertung“, so Ritz.

Sollten sich die Stadtverordneten aber gegen das Vorkaufsrecht und somit gegen den Kauf des Hauses entscheiden, wäre das natürlich nicht das Ende der städtebaulichen Entwicklung in der Altstadt, fügt der Bürgermeister an.

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