Bundesweites Netzwerk

Hilfe für Corona-Patienten: Hombergerin arbeitet als Beratungspatin

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Sie hilft Erkrankten über eine schwierige Phase hinweg: Christine Foerster aus Homberg ist Trauerbegleiterin und engagiert sich als Beratungspatin. Ehrenamtlich unterstützt sie covid-19-Patienten.

Ängste, Schuldgefühle, Scham: Menschen, die an dem neuartigen Coronavirus erkranken, müssen sich nicht nur mit der Krankheit auseinandersetzen. Häufig leiden sie darunter. Ein Netzwerk aus Psychologen, Trauerbegleitern und Beratern will genau da ansetzen und gegensteuern.

Das Coronavirus sorgt für Einschränkungen, es verändert den Alltag der Menschen radikal. Während Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln auch schon für Gesunde Auswirkungen auf die Psyche haben können, sehen sich Menschen, die am Coronavirus erkrankt sind, besonderen Ängsten und Schuldgefühlen ausgesetzt.

Um diesen Patienten und ihren Angehörigen zu helfen, hat sich ein bundesweites Netzwerk gegründet. Auch in Homberg ist eine Beratungspatin, wie sich die Ehrenamtlichen nennen, aktiv. „Covid-19 verletzt auch die Seele“, sagt Trauerbegleiterin Christine Foerster aus Homberg. Sie ist eine von etwa 70 Beratungspaten in Deutschland, die Patienten betreuen und ihnen in der Zeit ihrer Krankheit zur Seite stehen. Ziel sei es, das Angebot auf die lokale Ebene herunterzubrechen. Denn Foerster betreut bundesweit Patienten.

Das Angebot „Kontact2020“, in dem das „C“ für Covid steht, wird von Therapeuten, Trauerbegleitern und Beratern ehrenamtlich gestemmt. Sie stehen als Beratungspaten jeweils einem Menschen zur Verfügung, der am Coronavirus erkrankt ist – per E-Mail, Telefon und Videotelefonie. „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu anderen Hilfsangeboten. Jedes Einzelne ist wertvoll“, so Foerster.

Es sei vielmehr als unterstützendes Element gedacht, das helfen soll, Angst und Schuldgefühle zu überwinden. Das belaste Erkrankte am meisten: Zu den ohnehin belastenden körperlichen Krankheitssymptomen geselle sich schnell Scham und Überforderung. Die Initiative ist mit der Kontaktsperre entstanden, eine kostenlose Patenschaft auf Zeit. Solange wie nötig stünden die Beratungspaten Patienten und deren Angehörigen zur Verfügung, berichtet Foerster. In der Regel würden täglich 30- bis 60-minütige Gespräche eingeplant.

Der Erkrankte selbst entscheide, wann er die Unterstützung nicht mehr benötigt. Die Ehrenamtlichen werden von Seelsorgern mit Tipps versorgt, für sie gebe es regelmäßig Supervisions-Gespräche, sagt Foerster. Denn: „Nur wenn ich stabil bin, kann ich auch für andere stabil sein.“ 

Erreichbarkeit rund um die Uhr

„Kontact2020“ ist laut Christine Foerster rund um die Uhr über eine Telefonhotline erreichbar. Zwei Stunden täglich ist diese besetzt, den Rest der Zeit ist ein Anrufbeantworter zwischengeschaltet. Erkrankte, die einen Ansprechpartner zur emotionalen Entlastung suchen, können sich unter Tel. 0228/24 33 16 60 und per Mail an kontact2020@web.de melden. Die Hilfe wird koordiniert und jeder Anfrage ein Beratungspate zugeteilt.

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