Team will junge Erwachsene zwischen 16 und 30 Jahren ansprechen

Hilfe für junge Erwachsene: Psychosoziales Zentrum Homberg startet mit Online-Angebot

David Wittmann und Madlen Honal-Link vom Psychosozialen Zentrum starten ein neues Online-Angebot. Auf der Homepage wird künftig direkt ein Formular angezeigt.
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Wollen jungen Erwachsenen helfen: David Wittmann und Madlen Honal-Link vom Psychosozialen Zentrum starten ein neues Online-Angebot. Auf der Homepage wird künftig direkt ein Formular angezeigt.

Einfach eine Nachricht schreiben, um sein Problem an einer neutralen Stelle loszuwerden: Das Psychosoziale Zentrum (PSZ) in Homberg bietet ab 1. August neben dem Format „Junges PSZ“ auch ein Online-Angebot für junge Erwachsene zwischen 16 und 30 Jahren an. Sie sollen künftig über ein Formular auf der Homepage ganz leicht mit den Mitarbeitern in Kontakt treten können, um über ihre Probleme zu sprechen.

Homberg - „Wir wollten das Angebot so niedrigschwellig wie möglich gestalten“, sagt Sozialarbeiter David Wittmann, der das Projekt mit Sozialpädagogin Madlen Honal-Link betreut. Nun können Jugendliche und junge Erwachsene einfach eine Nachricht schreiben. Das Team will helfen, wenn sich junge Erwachsene in akuten Problemsituationen und psychosozialen Krisen befinden. „Sonst schiebt man es immer wieder hinaus, sich Hilfe zu suchen“, weiß Wittmann aus seiner Erfahrung als Sozialarbeiter.

Über das Kontaktformular auf der Homepage des PSZ können junge Erwachsene ihr Anliegen beschreiben und auswählen, ob sie von einer Frau oder einem Mann betreut werden wollen. Anschließend erhalten sie eine Antwort per Mail. Sollte der Wunsch entstehen, nicht nur schriftlich zu kommunizieren, sei auch eine Beratung per Videochat möglich. „Ob mit oder ohne Kamera, oder nur Schreiben im Chat, das bleibt den jungen Erwachsenen überlassen“, sagt Wittmann.

So will das PSZ die Hürde zur Kontaktaufnahme für junge Menschen senken, erklärt Madlen Honal-Link. „Junge Menschen fühlen sich so sicherer.“ Welche Fragen gestellt werden, sei völlig egal, betont sie. „Man hat nichts zu verlieren. Als Unbeteiligte wollen wir einen Anstoß von außen geben.“ Anders als beim bisherigen Angebot des PSZ für Erwachsene brauche es für die Online-Beratung keine Diagnose. Es gehe um den präventiven Charakter anstelle der Stabilisierung, die das PSZ bisher leiste. „Wir wollen in jungen Jahren anfangen, um zu verhindern, dass sich jemand ein Leben lang durch eine psychische Erkrankung hangeln muss“, so Wittmann.

Online-Angebot für junge Erwachsene: Psychosoziales Zentrum will helfen

Das Psychosoziale Zentrum in Homberg geht neue Wege. Mit dem Online-Angebot für junge Erwachsene zwischen 16 und 30 Jahren soll nicht nur eine Altersgruppe angesprochen werden, die die typischen Probleme des Erwachsenwerdens durchlebt. Es soll auch auf neue Art und Weise über das Angebot informieren.

Um die jungen Menschen anzusprechen, hat sich das PSZ mehrere Postkartenformate einfallen lassen, berichtet Sozialarbeiter David Wittmann. „Wir wollen das moderner aufziehen.“ Dazu gehört auch, dass die Postkarten des PSZ im ersten Moment vielleicht nicht unmittelbar dafür sorgen, dass sich junge Erwachsene melden. „Wenn man nicht betroffen ist, aber eine Postkarte am Kühlschrank hängen hat, weil man sie cool findet, kommt man trotzdem mit unserem Angebot in Kontakt“, sagt Sozialpädagogin Madlen Honal-Link. So ließen sich die Hilfen des PSZ über einen ganz anderen Kanal verbreiten.

Die Postkarten sollen etwa in Schulen und Fahrschulen ausgelegt werden – an all jenen Orten, an denen sich junge Erwachsene in der Regel aufhalten. Gleichzeitig will das Team die Kooperationen mit Berufsschulen, weiterführenden Schulen und sozialpädagogischen Angeboten im Landkreis ausbauen.

Darüber hinaus wollen Wittmann und Honal-Link die Vernetzung der Fach- und Beratungsstellen vorantreiben, zum Beispiel Sucht- und Extremismusprävention mit ins Boot holen. „Wir kennen die Fachstellen. Jemand aber, der Hilfe braucht, weiß im Zweifel gar nicht, wohin er sich wenden muss“, sagt Wittmann. Dort wolle das Team ansetzen und an fachliche Beratungsstellen weiterleiten, sollte sich das aus dem ersten Kontakt mit einem jungen Erwachsenen herausstellen.

Die Themen, die der Sozialarbeiter und die Sozialpädagogin mit den Hilfesuchenden bearbeiten, sind vielfältig. Sie haben festgestellt, dass junge Menschen häufig Fragen zu Mobbing und Diskriminierung, Beziehungsstress, Sexualität und geschlechtlicher Identität sowie Zukunftsängsten und Stress in der Familie beschäftigten. Kein Problem der jungen Menschen sei zu klein, um sich an das Team zu wenden. „Man kann sich auch bei Liebeskummer melden“, sagt Honal-Link. (Chantal Müller)

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