HNA-Volontärin fuhr zum ersten Mal einen Traktor

Homberg. Der Regionalbauernverband Kurhessen (RBV) spendierte den Agrar-Absolventen der Reichpräsident-Friedrich-Ebert Schule jetzt ein Sicherheitstraining auf Schleppern. Unsere Volontärin Carolin Hartung durfte dabei einen großen Traktor mit Anhänger fahren.

Als der riesige Traktor vor mir steht, flößt mir der Gedanke, gleich am Steuer zu sitzen, ordentlich Respekt ein. 240 PS hat der Claas Traktor - mein Ford Ka gerade mal 69. Aber selbst ein 16-Jähriger darf den Schlepper fahren, sagt Fahrtrainer Boy Paysen, um mich zu motivieren. Einen Moment später sitze ich schon hinter dem Lenkrad.

Auf dem Plan der Agrar-Absolventen stand unter anderem Kurven fahren, ausweichen und die Gefahrenbremsung. „Die Absolventen erfahren auch, wie es auf Fußgänger wirkt, wenn ein Schlepper mit 25 Stundenkilometern vorbeifährt“, erklärt Stefan Strube (RBV).

Fuhr zum ersten Mal einen Traktor: Volontärin Carolin Hartung.

Im Gegensatz zu mir gehört bei den 27 Berufsschülern das Traktorfahren zum Alltag. Der 19-jährige Jan Niklas Brede aus Lohfelden begleitet mich auf meiner ersten Fahrt auf dem Schlepper. Zuerst nehme ich neben ihm Platz und lasse mich als Beifahrerin durch den Slalomparcours chauffieren. Jan Niklas steuert ganz cool mit einer Hand und erzählt, dass er schon Traktor fährt, seitdem er neun Jahre alt ist.

Hinter dem Steuer des Traktors mit dem angehängten Silagewagen wird mir dann aber doch etwas mulmig. Neben Lenkrad und drei Pedalen für Kupplung, Bremse und Gas sind neben mir zwei Bildschirme mit ungezählten Zahlenangaben, ein Joystick und viele Knöpfe. Ein GPS-Display zeigt dem Fahrer sogar genau, ob der Schlepper richtig in der Spur liegt - Hightech pur. „Gaspedal und Lenkrad reichen aber erstmal aus, um den Traktor zu fahren“, sagt der 19-Jährige.

Jan Niklas Brede

„Aber nicht zu viel Gas geben“, rät er mir, bevor ich losfahre. Und tatsächlich: Ein bisschen Gas reicht aus, um den Traktor vom Fleck zu bewegen - schneller als 15 Stundenkilometer traue ich mich aber nicht zu fahren, denn die Lenkung ist etwas gewöhnungsbedürftig: Der Lenker ist sehr dünn, das Lenkrad lässt sich erstaunlich leicht drehen für eine so schwere Maschine. Dank der Automatiktechnik entfällt zum Glück das Schalten. Mit meinem Führerschein der Klasse B darf ich den Traktor übrigens ganz offiziell fahren, erklärt mir Fahrtrainer Paysen. Die Spur, die ich halten muss, erscheint mir extrem schmal, beim Fahren bewegt sich außerdem der Sitz nach oben und unten. Er ist luftgefedert, um den Bauern vor Erschütterungen beim Fahren zu schützen. Vor Kurven vergesse ich immer wieder weit auszuholen, um auch den langen Anhänger unfallfrei zum Ziel zu bringen.

Als ich nach dem Fahrtraining in meinen kleinen Ka einsteige, fühle ich mich dann doch wieder wohler. An den bequemen luftgefederten Sitz könnte ich mich allerdings gewöhnen.

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