Pläne für gemeinsamen Standort mit Kernstadt-Wehr

Holzhausen kämpft um Sportplatz: Diskussionen um neues Homberger Feuerwehrhaus

Einwohner Holzhausens stehen auf dem Sportplatz im Ort. Im Hintergrund sind Wohnhäuser zu sehen.
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Sie kämpfen für ihren Sportplatz: Die Holzhäuser wollen ihre Sportfläche behalten. Der Platz gilt als der beste Standort für ein gemeinsames Haus der Feuerwehren aus Homberg und Holzhausen.

Die Entscheidung über den Standort eines neuen, möglicherweise gemeinsamen Feuerwehrhauses für Homberg und Holzhausen ist in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung nicht gefallen. Gesucht ist ein Kompromiss, der alle Wünsche vereint. Die Dorfgemeinschaft Holzhausen indes hat ein ganz anderes Problem. Sie wollen ihren Sportplatz unter allen Umständen erhalten.

Homberg - Die Rasenfläche am Ortseingang von Holzhausen gilt als der am besten geeignete Standort in der Diskussion um den Neubau für die Wehren. Nach Informationen der HNA würde das Vorhaben vom Ministerium des Inneren und Sport nur als sinnvoll erachtet, wenn auf dem Grundstück nur ein einziges Haus betrieben wird – zwei Gebäude nebeneinander wären wohl nicht förderfähig.

Bei einer Fusion beider Wehren könnte Fördergeld von etwa 15.000 Euro pro Wehr generiert werden. Das kommt für die Holzhäuser derzeit nicht in Frage: „Wir wollen nicht mit der Kernstadt fusionieren“, sagt Wehrführer Lars Beyer beim HNA-Treffen. Man arbeite gut zusammen, das solle beibehalten werden. In diesem Jahr habe es bereits fünf gemeinsame Einsätze gegeben. Die Eigenständigkeit aber solle bewahrt bleiben.

Die Feuerwehr habe ganz klar Priorität, sagt Horst Auel vom TSV 08 Holzhausen. „Es ist wichtig, dass die Feuerwehr einen geeigneten Platz bekommt.“ Dennoch sorgen sich Sportverein, Anwohner und Ortsbeirat um den Sportplatz. Mögliche Alternativen für einen Platz befänden sich nicht im Ortskern – der Sportverein könnte daran zerbrechen, so die Bedenken.

Die Feuerwehr jedoch kann sich vorstellen, von dort zu den Einsätzen auszurücken. „Es ist uns aber wichtig, dass wir einen eigenen Standort behalten“, sagt Beyer. „Wir wollen nicht in ein altes Gebäude in der Ortslage. Das haben wir schon seit über 30 Jahren.“ Das Parlament folgte einstimmig dem Vorschlag des Haupt- und Finanzausschusses. Er sieht vor, den Ortsbeirat zu bitten, Vorschläge für einen eigenen Standort für die Feuerwehr in Holzhausen zu machen.

Diskussionen über neues Feuerwehrhaus: Holzhausen kämpft um Sportplatz

Es soll ein modernes Haus für die Wehren aus Homberg und Holzhausen gebaut werden. Bester Standort laut Gutachten: der Sportplatz Holzhausen. Der Dorfgemeinschaft passt das nicht. Sie wollen ihren Sportplatz erhalten. Einstimmige Meinung ist aber: „Wir sind nicht gegen unsere Feuerwehr.“ Die Argumente im Überblick.

Ortsbeirat

„Der Sportverein leistet so viel in der Jugendarbeit. Das würde zerschlagen“, meint Ortsvorsteher Achim Becker. Laut Anwesenden ist der alte Bundeswehrsportplatz als Alternative im Gespräch gewesen. „Das wäre fatal. Der Platz ist zu weit weg“. Einen Vorschlag für ein eigenes Feuerwehrhaus in Holzhausen hat der Ortsbeirat im Gepäck: „In der Nähe des alten Hauses gäbe es Platz“, so Becker. Ein zweiter Standort befände sich nur wenige Hundert Meter vom Sportplatz entfernt.

TSV 08 Holzhausen

Vertreter des Sportvereins zeigten sich enttäuscht darüber, dass der Platz ein weiteres Mal umziehen soll. Bereits vor einigen Jahren musste der Sportplatz der Bundesstraße wegen weichen. „Jetzt müssten sie wieder weg“, sagt Becker. Aus einer Verlegung des Platzes würde eine Existenzangst resultieren, meint Horst Auel. „Hier an der Straße sieht man uns. Wir haben Bedenken, dass wir keinen Zuwachs mehr bekommen, wenn man uns nicht mehr sieht.“

Anwohner

75 bis 90 Dezibel hätten Messungen am Sportplatz in der Nacht durch die Nähe zur Bundesstraße ergeben, sagt Anwohner Walter Uwe Zülch. „Wenn die Feuerwehr kommt, bleibt Lärm nicht aus.“ Die Feuerwehr sei „unheimlich wichtig“, sagt Frank Trieschmann. Doch inzwischen gehe die Diskussion um den Standort auf Kosten des Vereinslebens, bedauert er. „Holzhausen wird seit Jahren vertröstet. Es muss etwas passieren.“ Dennoch sei es nicht richtig, einen Sportplatz mit vorhandener Infrastruktur zu zerstören.

Kirche

„Es knistert im Ort“, sagt Kirchenvorstand Karl-Heinz Trieschmann. Der Sportverein wolle an seinem Platz bleiben, doch auch die Feuerwehr bräuchte ein nutzbares Haus. „Die Diskussion stört die Harmonie in unserem Dorf.“ Durch solche Diskussionen sollte kein Keil in die Dorfgemeinschaft getrieben werden. Ein solch gut ausgestattetes Sportfeld erhalte der Ort nie wieder, ist er sicher.

„Wir Holzhäuser“

Ähnliches berichtet Hartmut Harle, der als Vertreter des Vereins „Wir Holzhäuser“ kam. Es sei ein „verzwicktes Spiel“. Alle Argumente seien nachvollziehbar, doch: „Wir müssen uns abstimmen und eine Lösung finden.“

Feuerwehr

Die Feuerwehr spricht sich nicht gegen einen Bau auf dem Sportplatz aus. Wichtig ist ihr aber ein eigenes Gebäude. Wie dringend ein Neubau nötig ist, macht Wehrführer Lars Beyer deutlich: „Um in die Fahrzeughalle zu gelangen, müssen wir die Seitenspiegel einklappen.“ Er erinnert an die vorgeschriebenen zehnminütigen Hilfsfristen. Und er gibt zu bedenken: „Wir bekommen für unseren Einsatz keine müde Mark.“ (Chantal Müller)

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