Stadt kalkulierte mit 200.000 Euro

Homberger Ärztehaus: Parlament gibt Planungskosten nicht frei

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Kostete die Stadt viel Geld: Das Ärztehaus am Obertor sorgte in der Haushaltsdebatte für große Diskussionen. Die Stadtverordneten belegten die weiteren Planungskosten mit einem Sperrvermerk.

Stadtverordnete wollten den Haushalt so schnell wie selten verabschieden, ihre Stadt sehen sie auf einem guten Weg. Das Ärztehaus sorgte für Diskussionen.

Sperrvermerke, gar die Streichung der Finanzierung stand im Raum.

Unabhängig von der Kostenexplosion war sich die Mehrheit einig darüber, dass das Ärztehaus wichtig für Homberg ist. Dennoch beschloss das Parlament nach einem CDU-Antrag mit 16 Ja-Stimmen den Sperrvermerk für das Ärztehaus. Um Geld für das Projekt im kommenden Jahr freigeben zu können, ist nun ein gesonderter Beschluss der Stadtverordneten nötig.

Änderungsantrag abgelehnt 

Mit ihrer Entscheidung lehnten die Stadtverordneten den Änderungsantrag der FWG ab, die die im Haushalt berücksichtigen Kosten in Höhe von 200.000 Euro für weitere Planungen für das Ärztehaus ersatzlos streichen wollten. 

In einem Punkt folgte das Parlament aber dem Vorschlag der Fraktion: Die Ausschüsse sollen sich zeitnah mit den Planungen für ein neues Haus beschäftigen.

Die unendliche Geschichte 

„Das Ärztehaus ist eine unendliche Geschichte“, sagte Achim Jäger (FWG). Es könne nicht sein, dass die Stadt nochmals eine Million Euro für den Umbau eines Projektes ausgebe, das ursprünglich nur eine Million Euro kosten sollte. Er habe den Eindruck, dass nun erstmals Fachplaner am Werk seien. Dennoch: „Wir haben für unser Geld die optimale Lösung verdient.“ Diese ist nach Meinung Jägers am jetzigen Standort aber nicht zu erreichen. 

Er schlug Planungen für ein neues modernes Ärztehaus vor – auch in Zusammenarbeit mit einem Träger wie etwa Asklepios. „Mögliche Standorte gibt es in Homberg genügend.“ Ihm schwebt ein Neubau im Bereich des ehemaligen Krankenhauses, des Busbahnhofes oder in der Nähe des neuen Einkaufszentrums vor.

Ärztehaus wurde falsch geplant 

Das Ärztehaus wurde falsch geplant, stimmte Stefan Gerlach (SPD) zu. Dennoch müsse das derzeitige Ärztehaus gehalten werden. „Wir brauchen Fachärzte in der Stadt.“ Das Haus könne nicht ausschließlich als Bauprojekt gesehen werden. Als moderne Stadt müsse Homberg eine ärztliche Versorgung bieten, betonte auch Hilmar Höse (Grüne). Doch ist es überhaupt Aufgabe einer Stadt, ein Ärztehaus zu bauen?, fragte Dirk Pfalz (Bürgerliste). Er stimmte seinen Vorrednern aber darin zu, dass es möglicherweise der falsche Weg sei, das Ärztehaus nicht weiter zu finanzieren.

Der Haushalt für das Jahr 2020 wurde anschließend mit vier Gegenstimmen verabschiedet.

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