Anna und Elsa krank zurückgelassen

An der Straße ausgesetzt: Tierschützer päppeln kranke Kätzchen auf

+
Monika Klüh vom Tierschutzverein Homberg-Borken mit den beiden Katzen Anna und Elsa. 

Es ist ein Anblick, bei dem jedem Tierfreund das Herz blutet: Krank, abgemagert und scheu sitzen zwei junge Katzen am Straßenrand – vermutlich ausgesetzt.

Der Tierschutzverein Homberg-Borken hat aus einem Verschlag auf der Strecke zwischen Sondheim und Wernswig nun zwei Katzenjunge gerettet. Für ein drittes kam jede Hilfe zu spät – es lag tot im Gestrüpp. Den Tierschützern zeigt das: Die Kastrationspflicht wird im Landkreis nicht überall durchgesetzt.

Homberg: Tierschützer päppeln Kätzchen auf 

Es war wohl ein glücklicher Zufall, der die beiden kleinen Kätzchen Anna und Elsa vor dem Tod rettete. Durch einen Anruf wurde der Tierschutzverein auf die Katzen aufmerksam, die da zwischen Sondheim und Wernswig in einem Verschlag leben sollten – ursprünglich handelte es sich um vier Tiere. „Ein Mitarbeiter war ein Mal da, hat aber nichts gesehen“, sagt Sonja Hentschel-Dörr, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Homberg-Borken.

Krank und allein: Die beiden Kätzchen waren in einem schlimmen Zustand, als sie ein Mitarbeiter des Tierschutzvereins fand. 

Bei einem zweiten Versuch hatten die Tierschützer mehr Glück. Und zugleich traurige Gewissheit. Eine der Katzen war verschwunden. Ein weiteres junges Tier konnten sie nur noch tot vorfinden, seine zwei Geschwister aber lebten. „Die hat unser Mitarbeiter angefüttert und mitgenommen“, sagt Hentschel-Dörr. Sie sind nun in einer Pflegestelle und erholen sich.

Homberg: „Es geht ihnen inzwischen aber besser.“

Bis die etwa 14 Wochen alten Kätzchen wieder vollkommen fit sind, werde es aber noch eine Weile dauern, vermutet die Tierschützerin. Sie leiden an Katzenschnupfen, haben entzündete Augen, müssen mit Antibiotika behandelt werden. „Es geht ihnen inzwischen aber besser.“

Woher Anna und Elsa stammen, ob sie von ihrer Mutter zu dem Verschlag gebracht oder ausgesetzt wurden – darüber kann Hentschel-Dörr nur mutmaßen. Fest steht für sie aber: Viele Menschen lassen ihre Katzen noch immer nicht kastrieren. Trotz der Kastrationspflicht und obwohl regelmäßig darüber informiert werde. „Die Verordnung gilt nicht nur für eine Stadt, sondern auch für die Stadtteile“, appelliert sie an Katzenbesitzer.

„Die Tierheime sind voll“

Dass viele Menschen ihre Katzen nicht kastrieren lassen, spiegele sich auch in den Tierheimen wider. In diesem Jahr gebe es große Probleme mit ausgesetzten Katzen. „Die Tierheime sind voll. Das ist wie ein Fass ohne Boden“, berichtet Hentschel-Dörr. Und bietet die Hilfe des Tierschutzvereins an. Denn der sei gerne bereit, Landwirte und andere Katzenbesitzer dabei zu helfen, scheue Tiere einzufangen, um sie kastrieren zu lassen. „Wir können die Menschen unterstützen“, sagt sie.

Mittlerweile geht es den Rackern wieder besser. 

Unterstützt werden nun auch die Kätzchen aus Sondheim. Bis sie wieder gesund sind, bleiben sie in der Pflegestelle. Dann sollen sie in ein neues zu Hause vermittelt werden. Aber in eines, in dem man sich um sie sorgt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.