Aktion geplant

Homberger will Fitnessstudio trotz Verbots in der Coronakrise wieder eröffnen 

+
Da war ein Training noch möglich: Auf unserem Archivbild testete HNA-Mitarbeiter Lukas Braun die Trainingsgeräte im No Limits. Lutz Debus leitete ihn an. 

Ein Fitness-Studio-Betreiber aus Homberg fühlt sich durch die Corona-regeln benachteiligt - jetzt macht er mit einer provokanten Facebook-Aktion darauf aufmerksam.

Homberg - Lutz Debus, Geschäftsführer des Fitnessstudios No Limits in Homberg, macht derzeit mit einer provokanten Aktion in dem sozialen Netzwerk Facebook auf sich aufmerksam: Er fühlt sich ungerecht behandelt, weil er sein Studio in der Coronakrise nicht öffnen darf.

Dagegen wehrt sich der 58-Jährige jetzt: Er will sein Studio am 18. Mai wieder öffnen – auch wenn es bis dahin nicht erlaubt ist. Das erklärt er in einem Video, das er im Internet veröffentlicht hat.

Corona: Wegen Verbot - Fitnessstudio-Betreiber fühlt sich vernachlässigt

Das No Limits ist seit sechs Wochen geschlossen und es gebe keinerlei Perspektive für Lockerungen. Fitnessstudios seien bisher noch nicht einmal erwähnt worden, wenn es um Geschäftsöffnungen gehe, sagt Debus. Sie sollen zu den letzten gehören, die öffnen dürfen, glaubt er. „Ich fühle mich extrem ungerecht behandelt.“

Mit seiner Öffnungsaktion will er die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erlangen. Und betont vehement: „Ich mache auf.“ Selbst dann, wenn es nicht erlaubt sei. Dabei sei es ihm egal, ob die Polizei oder das Ordnungsamt vor der Tür stünden. Er riskiere eine Strafe und sei sich bewusst, dass er dann wieder schließen müsse. Das sei es ihm wert.

Corona: Fitnessstudio-Betreiber will zeigen, dass Hygiene eingehalten werden kann

„Ich werde die Mitglieder, die an diesem Tag kommen, filmen und zeigen, dass auch in Fitnessstudios die Hygieneregeln eingehalten werden können“, sagt er im HNA-Gespräch. Dieses Video will er dann im Netz veröffentlichen. Debus ist sich sicher, dass auch beim Sport die Hygieneregeln eingehalten werden können – er hat eigens für sein Studio ein Konzept entwickelt.

Besonders stört sich der Geschäftsführer daran, dass Läden bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern Fläche öffnen dürfen – und er nicht. Nun würden die Regelungen einseitig. Debus ist sich sicher, dass er den Besucherstrom im Fitnessstudio so lenken kann, dass alle vorgeschriebenen Abstände eingehalten werden können. Das sei in manchem Geschäft nicht möglich, sagt Debus.

„Wir haben keine Lobby“, sagt er. „Warum gibt es für uns keine Vision?“ Der Homberger ist der Meinung, dass Fitnessstudios auch einen gesundheitlichen Auftrag hätten. Die Hälfte der Kunden käme schließlich wegen Rückenbeschwerden oder Ähnlichem ins No Limits.

Corona-Verbot für Fitnessstudios: 17 Beschäftigte in Homberg betroffen

Debus beschäftigt 17 Mitarbeiter, davon sieben in Vollzeit. Jeden Monat, in dem er nicht öffnen könne, verliere er 50 000 Euro. Seine Mitglieder müssten nicht zahlen, wenn sie keine Leistungen erhalten. Er habe allerdings mit einigen Vereinbarungen getroffen, indem er Zugeständnisse mache. Dazu zählen unter anderem extra Urlaubsmonate oder der Vorschlag, die Verträge von Älteren und Risikopatienten ruhen zu lassen. Man könne über alles reden, betont Debus. Und zeigt sich dann doch noch kompromissbereit: Falls es Perspektiven für eine Öffnung gäbe, würde er von seiner geplanten Aktion am 18. Mai absehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.