Ausbildung zum Übungsleiter in 15 Tagen  

Ehrgeiz kennt kein Alter: Über 200 Senioren tanzen beim DRK-Treffen 

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Halten sich tanzend fit: Über 200 Senioren der DRK Tanz- und Gymnastikgruppen trafen sich in der Homberger Stadthalle. 

Sport hält nicht nur fit, sondern ist auch ein wirksames Mittel gegen Einsamkeit und Isolation. Was die Gemeinschaft möglich macht, zeigten Senioren beim DRK-Treffen in Homberg. 

Alle zwei Jahre zieht es Frauen und Männer aus dem ganzen Schwalm-Eder-Kreis zum Treffen der DRK-Gymnastik- und Tanzgruppen für Senioren. Auch in diesem Jahr strömten 240 Besucher in die Homberger Stadthalle. Sie kamen mit Regenschirmen, Stäben und Tüchern – allesamt Requisiten für ihre einstudierten Choreografien und gymnastischen Übungen. „Diese Treffen sind auch dazu da, sich gegenseitig zu inspirieren“, sagt der ehemalige Sozialarbeiter des DRK-Kreisverbands Steffen Flachs. 

Insgesamt gibt es 31 Ortsvereine im Kreis. Die Altersspanne der Senioren reicht von 60 bis 90 Jahren. Sie beweisen: Sport, egal in welchem Alter und egal in welcher körperlichen Verfassung, das geht. „Hier gibt es keinen Leistungsdruck, aber jeder bringt seinen persönlichen Ehrgeiz mit“, sagt Flachs. 

Auch optisch ein Team: Die Mitglieder der Tanzgruppe Wernswig gaben eine Kostprobe ihres Könnens, vorne von links sind Anneliese Weinrich, Gruppenleiterin Birgit Gariup und Brunhilde Bernhardt zu sehen.

Es sind überwiegend Frauen, die den Sport in einer Gemeinschaft suchen, schildert Heike Hohm-Fiehler ihre Erfahrung. Sie ist beim DRK Schwalm-Eder für die Sozialarbeit zuständig. In den Gruppen trainieren die Senioren wöchentlich, einige bereiten sich ein ganzes Jahr lang auf ihren Auftritt in der Stadthalle vor. So auch die Gruppe aus Niederbeisheim um Übungsleiterin Karin Liebelt. Sie bietet Faszien-Training mit Tüchern an – eine sanftere und schmerzfreie Variante, die „trotzdem für Muskelkater sorgen kann“. 

Ihr jüngster Teilnehmer ist 67 Jahre alt, der älteste 91 Jahre. Ob Demenz, Herzkreislauf-Probleme, Diabetes oder Arthrose – Bewegung hilft, Körper und Geist fit zu halten. Doch Sport in der Gemeinschaft ist auch ein wirksames Mittel gegen Einsamkeit. „Gerade im Alter sind die Menschen in Dörfern oft isoliert“ sagt Liebelt. Ihre Kurse besuchen auch viele verwitwete Menschen. „Die Gemeinschaft tut gut“, sagt Marlies Aschenbrenner. Sie besucht seit vier Jahren den Kurs, und blieb auch nach dem Tod ihres Mannes.

Faszientraining geht auch mit Tüchern: links Marlies Aschenbrenner mit Übungsleiterin Karin Liebelt von der DRK-Ortsgruppe Niederbeisheim.

Bei dem Treffen wurden auch die Gruppenleiterinnen geehrt. Sie sind diejenigen, die sich jede Woche Gedanken machen und jeden Teilnehmer im Blick haben, sagt Hohm-Fiehler. „Wenn man das ein paar Jahrzehnte lang macht, wird das auch ein Stück weit zur Lebensbegleitung.“ 

Geehrt für 35 Jahre wurde Ingeborg Kraft, für 30 Jahre Erika Bechtel und für jeweils 20 Jahre Engagement Brigitte Vaupel und Erna Hahn. Der Kreisverband sorgt für die Ausbildung der Gruppenleiter. Die Voraussetzung dafür: „Spaß am Sport und an der Arbeit mit älteren Menschen“, sagt Hohm-Fieler. Auch für Übungsleiter gibt es keine Altersgrenze.

Fortbildung zum Übungsleiter im Kreis

Wer Gruppenleiter einer DRK-Gruppe für Senioren werden möchte, muss einen insgesamt 15-tägigen Lehrgang absolvieren. Bei dem kostenlosen Lehrgang erlernen die Teilnehmer, wie man Senioren Tänze und Übungen beibringt. Dabei geht es vor allem um altersgerechtes Training, etwa welche Alternativen es für Übungen im Liegen oder für Menschen mit Arthrose gibt. Kontakt zum DRK Schwalmstadt-Ziegenhain unter Tel. 0 66 91/ 9 46 30.

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