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Das ist Neuland in der Jugendhilfe: Psychosoziales Zentrum Nord eröffnet Standort in Homberg-Holzhausen

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Von: Claudia Brandau

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Auf dem Foto sind mehrere Menschen zu sehen.
Das Psychosoziale Zentrum Schwalm-Eder Nord hat in Holzhausen eine soziale Gruppe für Kinder und Jugendliche eröffnet: von links Carina Jäger, Bianca Glaubitz, Silke Enzeroth, Julia Hrycak, Annika Schemme (alle PSZ), praktischer Helfer Jörg Lippert-Lenzu, Bürgermeister Nico Ritz und Marion Mai vom Jugendamt des Landkreises. © Claudia Brandau

Das Psychosoziale Zentrum (PSZ) Schwalm-Eder-Nord hat neu gestaltete Räume in Homberg-Holzhausen eröffnet.

Homberg – Es ist Neuland, dass das Psychosoziale Zentrum (PSZ) Schwalm-Eder-Nord betritt: Es unterstützt Kinder und Jugendliche, deren Vater oder Mutter unter psychischen Belastungen leiden. Am Freitag eröffnete es die neu gestalteten Räume in Holzhausen.

Damit ist das PSZ erstmals in der Jugendhilfe tätig. Seit mittlerweile 27 Jahren bietet es vor allem Beratungen für psychisch erkrankte Erwachsene rund um Homberg, Fritzlar und Melsungen.

An vier Nachmittagen in der Woche gibt es viele Angebote für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren

„Der Bedarf ist da und groß: Wir haben immer wieder mit Familien zu tun, deren Kinder durch die psychisch erkrankten Eltern maßgeblich in ihrer Entwicklung betroffen sind“, sagt Geschäftsführerin Silke Enzeroth: „Diese jungen Leute wollen wir stärken.“

An vier Nachmittagen in der Woche gibt es nun im zweiten Stock eines Wohnhauses in der Straße Am Eisenwerk 9 in Holzhausen viele Angebote für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren, deren Eltern oder auch sie selbst von einer seelischen Behinderung bedroht sind oder in einer Krise stecken. Die große Wohnung samt Küche bietet Platz für die Treffen und Angebote, der kurze Weg in die Natur die Chance auf Spiel und Bewegung.

Erziehungsberechtigte können sich alle zwei Wochen im Elterncafé treffen und Kontakte knüpfen

Dabei handelt es sich aber nicht um eine offene soziale Gruppen: Das Jugendamt des Schwalm-Eder-Kreises legt die Teilnehmer fest, bietet damit die Chance auf sehr niedrigschwellige Hilfe, Austausch, Tipps. „Wir wollen jene Kinder pädagogisch unterstützen, die es nicht immer leichthaben, ihre Talente entdecken, Mut machen“, sagt Enzeroth. Zudem können sich Erziehungsberechtigte alle zwei Wochen im Elterncafé treffen, Kontakte knüpfen und Erziehungsfragen austauschen.

„Es muss sich niemand kleinmachen, der unsere Unterstützung annimmt: Jeder braucht ab und zu Hilfe“, sagt Fachdienstleiterin Annika Schemme, die zusammen mit Carina Jäger und Bianca Glaubitz die soziale Gruppe betreut: „Familien stehen mitten im Leben, und da bietet viele Herausforderungen – wir helfen, wieder den Überblick zu bekommen und Lösungen zu finden.“

Der Landkreis freue sich sehr über den Einstieg des PDZs in die Jugendhilfe

Bürgermeister Dr. Nico Ritz würdigte das Engagement der Mitarbeiterinnen des Psychosozialen Zentrums, die trotz schwieriger Suche nach geeigneten Räumen am Standort festgehalten hätten. Es wirkten heute viele psychische Belastungen auf Kinder und Jugendliche ein: „Dabei handelt es sich längst um kein Randthema mehr.“ Das PSZ beweise mit dem „mutigen Schritt“ viel Herzblut und ein hohes Maß an Professionalität, so Ritz.

Das bestätigte auch Marion Mai, stellvertretende Leiterin des Jugendamts: Der Landkreis freue sich sehr über den Einstieg des PDZs in die Jugendhilfe. Grund: „Es fehlen deutlich mehr solch niedrigschwelliger Hilfen.“ (Claudia Brandau)

Kontakt: Beratungsstellen des Landkreises, Tel. 0 56 81/775-600, Jugendamt Landkreis: 0 56 81/775-581, Annika Schemme Tel. 0176/95 15 29 82

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