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Ein Blick über den Tellerrand – Erstes Werkbankgespräch: Katharina Heckendorf zu Gast

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Von: Lea Beckmann

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Auf dem Foto sind drei Menschen zu sehen.
Das erste Werkbankgespräch im Machwerk Homberg: Johannes Kramarek (von links), Katharina Heckendorf und Marcel Buchspieß. © Lea Beckmann

In Homberg sind die Werkbankgespräche gestartet.

Homberg – Das Homberger „Machwerk“ in der Untergasse soll ein offenes Angebot für alle werden. Jetzt startete die neue Reihe der Werkbankgespräche. Zu Gast: Journalistin, Moderatorin und Autorin Katharina Heckendorf. Sie gab einen Impuls zu „Die Magie der ersten Male – oder, warum wir öfter Neues ausprobieren sollten“.

Rund 30 Besucher saßen auf den aufgereihten Bänken. „Wir wollen mit diesen Gesprächen über den Tellerrand blicken – es sind Impulse außerhalb des eigenen Radars“, sagte Johannes Kramarek von den Pionieren.

Beim ersten Gespräch lag der Impuls auf den Themen der Nachhaltigkeit

Beim ersten Werkbankgespräch lag der Impuls auf den Themen Nachhaltigkeit, darum, Dinge selbst zu bauen oder zu reparieren, anstatt sie sofort wegzuwerfen. „Ich lebe dafür, Dinge selbst zu machen, ich habe schon in der Grundschule meine Röcke eigenhändig genäht“, sagt Katharina Heckendorf. Auch Putz- und Kosmetikprodukte hat sie selbst hergestellt. Mit solch kleinen Dingen hat es angefangen – nun arbeitet sie an ihrem größten Projekt: Zusammen mit ihrer Familie saniert sie einen denkmalgeschützten Fachwerkhof in Nordhessen. „Alte Scheunen und Häuser zerfallen, doch statt auf fruchtbarem Ackerboden neu zu bauen, sollte man das Alte wieder aufleben lassen“, erklärt sie. Viele Menschen haben ihrer Meinung nach „das Selbstmachen“ verlernt. Das Publikum stimmte ihr zu.

Für sie gebe es fünf Gründe, warum jede und jeder wieder mehr Dinge selbst herstellen sollte: Nachhaltigkeit, Empowerment (Selbstbefähigung), Glück, Unabhängigkeit – und das Werkeln schaffe sogar Fähigkeiten für das Berufsleben. Probleme zu lösen und Durchhaltevermögen zu beweisen – solche Dinge lerne man nicht ausreichend in Schule oder Universität. Daher sei solch ein Ort wie das Machwerk wichtig: Er sorge dafür, dass möglichst viele junge Menschen Zugang zum handwerklichen Arbeiten erhielten.„Die Kreativität wird gefördert“, sagt Heckendorf. Auch die Besucher waren sich einig, dass Jugendliche mehr handwerkliche Dinge in der Schule lernen sollten. „Der Unterricht sollte deutlich lebensnaher gestaltet werden“, meinte die Journalistin.

Jeder Mensch kann kreativ sein

Jeder könne kreativ sein. Doch manch einer bringe die Voraussetzung von zu Hause mit, andere haben nie die Gelegenheit, sich irgendwie auszuprobieren, diskutierten die Besucher weiter. Daher sei es wichtig, Räume zu schaffen, in denen sowohl Jugendliche und Erwachsene sich ausprobieren können, ohne Angst vor dem Versagen haben zu müssen: ein Ort ohne Leistungsbewertung. Von denen gebe es deutlich zu wenige in der Gesellschaft, sagte eine Besucherin. Das müsse geändert werden, damit wieder mehr Neugier bei den Menschen geweckt werde.

Die Wahl von Katharina Heckendorf als Einstieg für die Werkbankgespräche habe perfekt gepasst, sagte Rosaria Brighina-Linker aus Großropperhausen. „Das Machwerk meint ‘Selber machen‘ und dafür lebt sie ja“, erklärte Brighina-Linker. (Lea Beckmann)

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