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Umzug für Montessori Schule: Einrichtung befindet sich ab nächstem Schuljahr in früherem Kirchenkreisamt

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Von: Christine Thiery

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Auf dem Foto ist eine Frau zu sehen.
Domizil im ehemaligen Kirchenkreisamt: Lehrerin Julia Walker ist die Initiatorin der Montessori Schule Homberg. Sie zeigt einige typische Unterrichtsmaterialien. © Christine Thiery

Bald ist es so weit: Die Montessori-Schule in Homberg ist umgezogen. Nach den Sommerferien soll alles fertig sein.

Homberg – Jetzt steht die Montessori-Schule in Homberg in den Startlöchern. Mit dem Beginn des nächsten Schuljahres wird sie im ehemaligen Kirchenkreisamt im Sandweg eröffnet. 43 Schüler werden dort zunächst in den Klassenstufen eins bis sechs unterrichtet.

Damit hat die Gruppe um die Initiatorin und Lehrerin Julia Walker ihr Ziel nahezu erreicht. Es fehle zwar noch eine Unterschrift des Hessischen Bildungsministeriums, aber das sei im Grunde eine Formalie. Bis nach den Ferien soll alles fertig sein, sagt Walker. Die Lehrerin hatte die Idee für die Alternative zur Regelschule in der Region. Sie wollte ein alternatives Schulangebot schaffen und hatte sich den Schulbeginn 2022 zum Ziel gesetzt.

Stühle und Tische stehen schon in den Lernräumen

Das rund 450 Quadratmeter große Erdgeschoss des ehemaligen Amtes ist schon mit vielen Schulutensilien bestückt. Stühle und Tische stehen in den Lernräumen, die Regale werden mit den für die Montessori typischen Materialien bestückt. Nach und nach wachsen Musik, Kunst und Bewegungsraum, die Küche wird eingeräumt.

Allerdings sind nicht die gewünschten 80 Kinder bisher angemeldet, daher wird vorerst nur bis einschließlich der sechsten Klasse unterrichtet. Eine Ausweitung erfolge später. Langfristig sei der Realschulabschluss möglich. Bei der Montessori Pädagogik lernen die Kinder klassenübergreifend in Gruppen, in diesem Fall von der ersten bis zur dritten Klasse und von der Vierten bis zur Sechsten.

Das Angebot der Montessori-Schule werde sich am Bedarf der Kinder orientieren

Nach dem Schulbeginn, der zwischen 7.30 Uhr und 8.30 Uhr fließend sei, gebe es ein gemeinsames Frühstück. Danach beginne das selbstgesteuerte Lernen, das Kernstück des pädagogischen Konzeptes von Montessori.

Pro Gruppe sind zwei Lernbegleiter dabei. Das Kollegium bestehe aus einem multiprofessionellen Team. Lehrer, Musikpädagogen und auch Ökologen seien darunter. Nach dem gemeinsamen Mittagessen gegen 13 Uhr starten die Arbeitsgruppen.

Das Angebot werde sich am Bedarf der Kinder orientieren: Lego-, Koch-, Textil- oder auch Tanz AGs seien darunter. Die Schule bietet eine Ganztagsbetreuung bis 17 Uhr an. Englisch werde ab dem ersten Schuljahr unterrichtet, spielerisch und ohne Deutsch. Pro Woche gebe es zwei feste Projekttage, mittwochs Naturwissenschaften, also Sachunterricht, freitags Musik und Kunst.

Auch der zunehmenden Digitalisierung wolle man Rechnung tragen: Es werden Lern-Apps eingesetzt

Die gängigen Bildungsstandards müssten natürlich wie bei jeder Schule eingehalten werden, sagt Walker. Die Fokussierung dieser Pädagogik bestehe im eigenverantwortlichen Lernen von Beginn an und der Mitbestimmung. Es würden händische und visuelle Lernmethoden benutzt.

Wobei die Kinder dies natürlich erst lernen müssten und individuell daran herangeführt würden. Letztlich solle das lebenslange Lernen so gefördert werden. Auch der zunehmenden Digitalisierung wolle man Rechnung tragen. So würden etwa Lern-Apps eingesetzt.

Das Gebäude des ehemaligen Kirchenkreisamtes in Homberg habe sich als Glücksgriff erwiesen

Das Gebäude des ehemaligen Kirchenkreisamtes habe sich als Glücksgriff erwiesen. Man habe gar nicht so viel renovieren müssen, vieles sei gut in Schuss. Die Stadt Homberg ist Eigentümer und stellt das Gebäude zur Verfügung. Die Finanzierung der freien Schule sei ein Kraftakt, sagt Walker. Die GLS Bank habe den Kredit gegeben, der so dringend zur Vorfinanzierung nötig gewesen sei.

Drei Jahre lang wird es viel Finanzierungen, aber auch rückwirkende Zahlungen geben. Auch langfristig müssten 25 Prozent der Gesamtkosten privat getragen werden. Daher betrage das monatliche Schulgeld zurzeit 160 Euro. Die Montessori Schule Homberg wird in der Rechtsform einer Gemeinnützigen Unternehmensgesellschaft geführt. (Christine Thiery)

Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Webseite der Schule unter der Adresse montessori-homberg-efze.de

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