Corona-Pandemie

Homberger Elsa-Brändström-Schule fehlt Perspektive bei Schulöffnung

Sie lernen derzeit in kleinen Gruppen: von links Lehrerin Anke Hempel, Nataly, Maxi, Yahia, Romella und Joel in dem größten Klassenraum der Elsa-Brändström-Schule.
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Sie lernen derzeit in kleinen Gruppen: von links Lehrerin Anke Hempel, Nataly, Maxi, Yahia, Romella und Joel in dem größten Klassenraum der Elsa-Brändström-Schule.

Elsa-Brändström-Schule in Homberg kämpft mit der Anpassung an sich ständig ändernde Vorgaben. Außerdem hat die Corona-Pandemie neue Problemfelder geschaffen.

Homberg – Es gibt eine Erfahrung in der Coronakrise, die Lehrern und Schülern der Homberger Elsa-Brändström-Schule wohl ganz besonders im Gedächtnis bleiben wird. Das ist das gemeinsame Maskennähen. Während sich Lehrer den Umgang mit Nähmaschine und Nadel und Faden hätten lange aneignen müssen, hatten die Kinder in der Notbetreuung schnell den richtigen Dreh raus – und leiteten ihre Lehrer an.

„Das war eine gute Erfahrung“, sagt Schulleiter Werner Mösche-Sonnenberg. Aber eine der wenigen. Die Kurswechsel der hessischen Landesregierung in Sachen Schulöffnungen ist eine Herausforderung für Lehrer und Schüler.

Schule in der Corona-Pandemie: Schüler haben nicht genügend zu essen

Während viele Schulen derzeit den Spagat zwischen Präsenzunterricht, Home Schooling und Notbetreuung schaffen müssen, tauchte an der Elsa-Brändström-Schule in der Coronakrise ein zusätzliches Problem auf: die Versorgung der Schüler mit Mahlzeiten. Die Elsa-Brändström-Schule ist eine Schule mit Förderschwerpunkt Lernen und ein Sonderpädagogisches Zentrum.

Viele Kinder erhalten kein gesundes Frühstück zu Hause. Ein solches organisiert die Schule deshalb täglich – von Schülern für Schüler. „Das geht jetzt nicht mehr“, sagt Mösche-Sonnenberg. Auch das Mittagessen falle aus. Etwas, dass viele Familien vor Herausforderungen stelle. „Die Not der Kinder ist groß.“ Die Schulsozialarbeiterin habe schließlich Essenspakete gekauft und an die Schüler verteilt.

Umgewöhnung der Kinder birgt Schwierigkeiten

Dass nun keine Abstandsregeln mehr gelten sollen, ist für den Schulleiter unverständlich. „Wir haben das gerade mit den Kindern eingeübt und jetzt machen wir eine Rolle rückwärts.“ Mösche-Sonnenberg hätte sich einen Diskurs über das kommende Schuljahr und den Umgang mit künftigen Erstklässlern gewünscht.

Außerdem fordert er die Bereitschaft, Lehrer in gewissen Abständen auf das Coronavirus zu testen, „weil sie den ganzen Tag Kontakt zu Fremden haben“. Dabei erwähnt er auch den psychischen Druck, unter dem Lehrkräfte stünden.

„Wir können es uns nicht leisten, dass noch mehr Lehrer ausfallen. In den Grundschulen ist der Mangel ohnehin hoch.“ Zudem fehle speziell an Haupt- und Realschulen der Türöffner Betriebspraktika. Die könnten derzeit nicht angeboten werden, Ausbildungskapazitäten in Betrieben würden heruntergefahren. „Unseren Schülern fehlt eine Perspektive. Wir wollen da wieder mehr Normalität.“

Infektionsrisiko steigt im Klassenverband

Während nur noch wenige Kinder zu Hause unterrichtet würden, hat die Schule die Grundstufe, also die Grundschulklassen, in jeweils zwei Gruppen aufgeteilt. Maximal 18 Stunden Präsenzunterricht in der Woche könnten angeboten werden, berichtet Mösche-Sonnenberg. „Eigentlich unterrichten wir 36 Stunden.“ Weil es zu wenige Lehrer gibt, entfällt die Ganztagsbetreuung.

Um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, ist an der Elsa-Brändström-Schule nur noch eine Lehrkraft für eine Lerngruppe zuständig. Durch die neuen Regelungen der Landesregierung würden alle Schüler einer Klasse künftig wieder zusammen unterrichtet. „Damit wird das Infektionsrisiko doch erhöht“, sagt der Schulleiter.

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