Kirche will in Freiheit bauen

Weg für Kirchenamt ist frei: Homberger Parlament stimmt Verkauf zu

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Hier kann der Kirchenkreis nicht bleiben: Wenn die drei Kirchenkreise im Schwalm-Eder-Kreis fusionieren, wird mehr Platz für die 60 Mitarbeiter benötigt.

In der Homberger Innenstadt kann das gemeinsame Kreiskirchenamt des künftigen Kirchenkreises Schwalm-Eder entstehen.

Die Homberger Stadtverordneten haben in ihrer Sitzung am Donnerstagabend dem Verkauf der Grundstücke in der Freiheit zugestimmt. Die Kirchenkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain, die 2020 fusionieren, hatten diesen Standort favorisiert. Dafür gab es bereits eine erste Planung (wir berichteten).

Dekanin Sabine Tümmler ist froh über das Ergebnis. „Ich freue mich, dass es ein Standort in Homberg wird“, sagte sie auf HNA-Anfrage. Die Kirche hatte sich gewünscht, das neue Kreiskirchenamt in Homberg zu bauen. 60 Mitarbeiter sollen dort arbeiten. Wegen einer historischen Scheune aus dem 15. Jahrhundert, die erhalten werden muss, stand das Projekt in der Freiheit aber auf wackligen Beinen.

Nun legten die Stadtverordneten fest: Investieren die Kirchenkreise in den Erhalt der Scheune, wird ein Nachlass auf den Kaufpreis in Höhe von 60 000 Euro gegeben – nach Kostenschätzungen müssen bis zu 200.000 Euro für den Erhalt des Scheune gezahlt werden.

Belebung der Innenstadt 

„Wir werden den Bedingungen des Denkmalschutzamtes nachkommen“, sagte Tümmler. Außerdem muss der Bebauungsplan geändert werden, um auf den Grundstücken bauen zu können.

Die Stadtverordneten erhoffen sich eine Belebung der Innenstadt. „Wir müssen versuchen, Menschen in die Stadt zu bringen. So gelingt es auch, wieder mehr Handel zu haben und die Stadt attraktiver zu machen“, sagte Klaus Bölling (Grüne). Die Kirche sei mit ihrem Amt genau richtig in Homberg, findet Stefan Gerlach (SPD). „Wir als Reformationsstadt können uns glücklich schätzen, dass das Kreiskirchenamt nach Homberg kommt.“ 

Dirk Pfalz von der Bürgerliste sprach sich gegen den Verkauf aus. Der Kaufpreis für die Grundstücke – 109.475 Euro – sei zu niedrig. Er kritisierte, dass die Stadt nicht klar gemacht habe, was sie unter städtebaulicher Entwicklung verstehe. Die Kirche geht nach ersten Kostenschätzungen davon aus, dass sie vier Millionen Euro in den Neubau investieren muss.

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