Bis zu zehn Wohnungen sollen entstehen

Ein Haus mit jeder Menge Charme: Homberger sanieren alte Möbelfabrik

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Noch ist viel zu tun: Die neue Halle links wird abgerissen. 

In Homberg hat die alte Möbelfabrik eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Nun soll das 113 Jahre alte Gebäude mit neuem Leben gefüllt werden.

Schon als Junge ist Manfred Hess in der alten Möbelfabrik an der Homberger Hospitalstraße unterwegs gewesen. Schlich durch deren Werkstatt und ungezählten Räume. Aus gutem Grund: Sein Vater arbeitete viele Jahre als Schreiner im Gebäude der Familie Dickhaut, deshalb ist es ihm bestens vertraut. Mit dem Kauf der Fabrik im vergangenen Jahr ist für den 57-jährigen Homberger ein Kindheitstraum wahr geworden.

Wer jetzt durch das große Industriegebäude geht, durch die vielen Räume streift und den muffigen Duft vergangener Zeiten einatmet, kann sich nur schwer vorstellen, dass dort einmal riesige Arbeitsmaschinen standen, Möbel produziert und Holz gelagert wurden. Von der Geschichte der Möbelfabrik erzählt heute nur noch wenig: Seit dem Kauf vor einem Jahr hat sich nämlich viel getan in der Fabrik.

Der Charme der Fabrik 

HNA-Redakteurin Claudia Brandau und Schallschutzexperte Manfred Hess haben die Räume leer geräumt, die vernagelten Fenster freigelegt, Wand- und Dachverkleidungen abgetragen und innen die alten Backsteinwände reinigen lassen. „Die Fabrik hat so schon viel Charme“, sagt das Ehepaar.

Die Schönheit dieses Baus aus inklusive des angrenzenden Fachwerkhauses aus dem Jahr 1947 ist es auch, die die beiden Homberger unter all den Schichten Farbe und Holz wieder ans Tageslicht befördern wollen – in enger Abstimmung mit Stadt Homberg und Denkmalschutz.

So soll es aussehen: In der Möbelfabrik und dem Fachwerkhaus sollen Wohnungen entstehen.  

Noch in diesem Jahr soll der Rohbau fertig sein, der Bauantrag sei bereits gestellt. Bis zu zehn Wohnungen zwischen 70 und 140 Quadratmetern sollen entstehen. Dafür werde die Fabrik um ein Geschoss aufgestockt, erklärt Hess. 

Die alte Verladehalle und Gebäudeteile aus den 1960er- und 80er-Jahren werden abgerissen, an deren Stelle soll eine Freifläche entstehen. „Wir wollen die historischen Gebäude so herstellen, wie sie waren“, sagt Brandau. Im Untergeschoss sollen zwei Loft-Wohnungen im Industrie-Stil eingerichtet werden.

Viel Arbeit wartet auf die beiden 

Jede Menge Arbeit also für die beiden Homberger, die selbst nur wenige Schritte von der Möbelfabrik entfernt wohnen. Die Arbeiten sollen 2021/22 beendet sein. An ihrer Entscheidung, ein solches Projekt umzusetzen, sei nie ein Zweifel aufgekommen. Sie hätten die Wahl gehabt, weiterhin ihren bewährten Alltag zu leben oder sich in ein neues Abenteuer zu stürzen, sagt Brandau. Gemeinsam entschieden sie sich für das Abenteuer, das sie nun in ihren Alltag integrieren wollen.

Dass der Denkmalschutz bei der Renovierung der 113 Jahre alten Fabrik berücksichtigt werden muss, sieht Hess nicht als Problem, sondern als Teil der Lösung. „Das Projekt soll die Stadt weiter bereichern und die Freiheit aufwerten“, sagt Brandau. 

Dafür hat die 55-Jährige auch schon Ideen: In dem kleinen Hof, der vor dem in die Stadtmauer integrierten Pulverturm entsteht, könnte Kultur stattfinden – Lesungen, Konzerte, Theater.

Claudia Brandau und Manfred Hess glauben an ihr Projekt. So, „wie ein Musiker, an sein selbst geschriebenes Lied glaubt“. Für die Möbelfabrik schreibt das Ehepaar sicher seine ganz eigene Melodie.

Tag der offenen Tür geplant

Claudia Brandau und Manfred Hess bieten in der Möbelfabrik an der Hospitalstraße 20 einen Tag der offenen Tür an. Der ist für Samstag, 1. Februar, von 11 bis 15 Uhr geplant. Die Möbelfabrik steht dann allen Besuchern offen, die wissen wollen, was in dem alten Industriebau entstehen soll. Die beiden Eigentümer betonen aber, dass es sich nicht um eine Verkaufsveranstaltung handelt, dafür sei es zu früh. Es werden an diesem Tag Glühwein, Punsch, Kaffee und Kuchen angeboten. die-alte-moebelfabrik.de

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