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Die Homberger Landfrauen stellen ihre Arbeit ein

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Von: Lea Beckmann

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Sie sind Jahrzehnte im Landfrauenverein Homberg gewesen: Hannelore Otto (von links), Beate Linke und Marianne Schäfer. Jetzt löst sich der Verein auf.
Sie sind Jahrzehnte im Landfrauenverein Homberg gewesen: Hannelore Otto (von links), Beate Linke und Marianne Schäfer. Jetzt löst sich der Verein auf. © Lea Beckmann

Es fehlt an Nachwuchs: Die Homberger Landfrauen kündigen nach 73 Jahren das Ende an.

Homberg – 73 Jahre gab es den Landfrauenverein in Homberg. Nun löst er sich Ende des Jahres auf. Der Grund: Der Nachwuchs fehlt, „wie in so vielen Vereinen“, sagt Beate Linke (78). Sie ist neben Hannelore Otto und Anneliese Dallendörfer eine von drei gleichberechtigten Vorsitzenden des Vereins.

Das Durchschnittsalter liege bei 80 plus. Derzeit sind es noch 98 Landfrauen aus 21 Ortschaften rund um Homberg. „In den besten Jahren waren wir über 200 Mitglieder“, sagt Schriftführerin Marianne Schäfer (72). Dass die Zahl über die Jahre geschrumpft sei, liege nur daran, dass die Mitglieder verstorben seien und keiner mehr nachkomme. „Es ist eigentlich nie jemand ausgetreten“, sagt Schäfer. Das Interesse, gerade bei jungen Frauen, habe sich gewandelt. „Junge Frauen werden heutzutage beruflich anders gefordert und ihnen fehlt oft auch die Zeit, um in Vereinen aktiv zu sein“, sagt Hannelore Otto (71).

Homberger Landfrauen: Jüngerer haben kein Interesse

Sie hätten immer versucht, jüngere Mitglieder anzuwerben. „Viele von unseren Mitgliedern haben auch Töchter, aber wenn die eigene Mutter schon im Verein ist, dann ist das für viele auch ein Grund nicht einzutreten“, sagt Otto. Bei Schäfer sei das damals aber genau anders herum gewesen. Sie ist schon über 30 Jahre bei den Landfrauen. „Damals war meine Mutter Vorsitzende und ich fand es spannend, sodass ich immer mit ihr gegangen bin“, erklärt sie.

Homberger Landfrauen bieten buntes Programm: „Backen nicht nur Kuchen“

Ein weiteres Problem: „Wir werden eigentlich immer auf das Kuchenbacken abgestempelt“, sagt Beate Linke. Dabei mache der Verein so viel mehr. Es wurden regelmäßig Vorträge zu Themen wie Demenz, Altersvorsorge, Erbfragen oder wie man sich vor Einbrüchen schützt gehalten. „Das war eine echte Lebensberatung“, sagt Hannelore Otto. Zudem gab es auch Reiseberichte, zum Beispiel aus China, Irland oder Afrika. „Und wir haben auch regelmäßig Tagesfahrten angeboten“, so Otto.

Doch nicht nur mit dem Nachwuchsmangel mussten die Landfrauen am Ende des Vereinslebens kämpfen, auch einen geeigneten Raum für die 14-tägigen Treffen zu finden, war schwierig und glückte ihnen nicht mehr. Über lange Jahre war der Saal des Gasthauses Jütte das Vereinslokal. Die Wirtin Marga Jütte war Mitglied im Landfrauenverein und sie stellte „selbstverständlich ihren Saal zur Verfügung.“ Auch nach ihrem Tod durften die Landfrauen weiterhin den Raum nutzen. Das hatte ihr Sohn Holger Jütte möglich gemacht.

Landfrauen Homberg ohne Vereinslokal

Nachdem es allerdings das Lokal nicht mehr gab, war es schwer, ein geeignetes Vereinslokal zu finden. „Die Corona-Pandemie war dabei kein Unterstützer“, so Schäfer. Zunächst trafen sie sich im Hotel Stadt Cassel und dann mal im evangelischen und mal im katholischen Gemeindehaus.

Nun blicken sie wehmütig auf viele Jahre zurück. Sie versuchen, den Kontakt weiterhin zu halten. „Es hat alles seine Zeit und es war eine schöne Zeit, die uns fehlen wird, aber nun ist es vorbei“, sagt Schäfer. (Lea Beckmann)

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