Passende Glashaube kostet knapp 15.000 Euro

Homberger Miniaturstadt fällt auseinander: Heimatmuseum auf Spendensuche

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Eine neue Vitrine ist dringend nötig: Stephanie Jacob-Clobes (von links), Lydia Köhler und Karl-Otto Schmitt vom Heimatmuseum und Matthias Pohl vom Modellbauclub sorgen sich um das Homberger Stadtmodell. 

Homberg. Es ist das Herzstück der Ausstellung, begeistert junge wie ältere Besucher und muss nun dringend restauriert werden: Das Stadtmodell im Homberger Heimatmuseum aus den 1970er-Jahren fällt zusehends auseinander.

Ein ebenso großes Problem ist die Vitrine. Sie ist nicht staubdicht, lässt sich für Wartungsarbeiten nicht öffnen. Eine Neue würde aber um die 15.000 Euro kosten. Deshalb ist das Heimatmuseum auf Spenden angewiesen.

Vor vier Jahren löste sich die erste Strebe aus der kleinen Stadtkirche, die die Mitte des Homberger Stadtmodells bildet. Inzwischen ist das Plastik so porös, dass die komplette Sakristei neu hergestellt werden muss. Die zahlreichen kleinen Häuser, die Homberg vor der Zerstörung des Dreißigjährigen Kriegs zeigt, müssen entstaubt und und gereinigt werden.

Doch erst jetzt kann der Plastikmodellbauclub Fritzlar-Homberg mit den ehrenamtlichen Arbeiten am Modell beginnen. Denn ganze vier Jahre hat es gedauert, bis das Heimatmuseum einen Vitrinenbauer gefunden hat, der das Modell aus der fest verschlossenen Glasvitrine befreien konnte – und wollte.

Das 2,80 mal zwei Meter große Stadtmodell war fest in die Vitrine eingebaut, mit Wagenhebern musste diese angehoben und aufgebockt werden, um die Platte herausschneiden zu können, erzählt die Vorsitzende des Museums, Stephanie Jacob-Clobes. „Das Modell wurde quasi für die Ewigkeit gegossen. Niemand dachte damals, dass man da nochmal ran muss“, sagt sie.

Und beim Herausholen passierte es: Die Platte riss. Einmal durch das gesamte Modell zieht sich nun ein feiner Strich, der ausgebessert werden muss, bevor die Platte wieder angehoben werden kann.

Allein für die Sanierung des Modells rechnet Matthias Pohl vom Modellbauclub mit drei bis sechs Monaten Arbeitszeit. „Es ist viel Detailarbeit nötig. Allein für jedes Kirchenfenster müssen wir neue Rosetten im Fotoätzverfahren herstellen“, berichtet er.

Hinzu käme die unterschiedliche Bauweise an den Häusern. Ein Teil der Gebäude bestünde aus Keramik, ein Teil aus Plastik.

Auch, weil solche Arbeiten am Stadtmodell leichter wären, wünscht sich das Heimatmuseum eine neue Vitrine. Eine, die sich öffnen lässt – um das Modell zu reinigen oder es einer Besuchergruppe zeigen zu können. „Die jetzige Vitrine ist nicht staubdicht. Das ganze Modell wirkt immer schmutzig“, sagt Jacob-Clobes. Hinzu komme, dass sich die Glasplatte durch ihr hohes Eigengewicht biege.

„Unser Wunsch ist eine Vitrine, die man öffnen kann.“ Die koste aber mindestens 15.000 Euro. Geld, dass das Heimatmuseum nicht hat. Spenden wären die einzige Möglichkeit, um sie finanzieren zu können. Deshalb hofft das Heimatmuseum auf Spenden, sagt Jacob-Clobes. Auf viele kleine oder eine große.

Spendenkonto

Wer für die Vitrine spenden möchte, kann sich bei Stephanie Jacob-Clobes, Tel. 01 76/294 729 63 oder unter stephaniejacob@freenet.de, oder bei Lydia Köhler unter edith-koehler@gmx.de melden. Es können Spendenquittungen ausgestellt werden. Ebenfalls sind Spenden möglich an: Heimatmuseum, Kreissparkasse Schwalm-Eder, IBAN: DE85 5205 2154 0080 0050 02

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