Viele Ideen fürs Sahnestück

Homberg: Parlament macht weg frei für Entwicklung des Ulrich-Areals

Ist mit vielen Erwartungen und Hoffnungen verknüpft: Auf dem Ulrich-Areal soll ein Einkaufszentrum mit einer Verkaufsfläche von 7000 Quadratmetern entstehen. Rechts halb verdeckt die Kreissparkasse. Foto:  Brandau

Homberg. Auf dem Ulrich-Areal soll ein Einkaufszentrum entstehen. Das Parlament schuf die Voraussetzungen - aber nur unter heftigen Debatten.

Die Erwartungen sind hoch: Das Einkaufszentrum, das auf dem Areal des ehemaligen Autohauses Ulrich entstehen soll, wurde heiß diskutiert, das Prozedere mit Vorwürfen belastet. Die Zeitschiene sei zu kurz, die Bürgerbeteiligung zu gering, das verwendete Zahlenmaterial gar gefälscht - die Freien Wähler wiesen auf viele Dinge hin, die sie als Manko oder Mangel empfanden.

Bürgermeister Nico Ritz hielt dagegen: Die Stadthabe einen renommierten Projektentwickler ins Boot geholt, der bereits Gutachten für Einzelhandel und Verkehr in Auftrag gegeben und auch schon Entwürfe geliefert habe.

Von den geplanten 7000 Quadratmetern Verkaufsfläche seien bereits 4500 qm von den Discountern Aldi und Rewe gebucht - und das alles habe die Stadt noch keinen einzigen Cent gekostet. Es sei an der Zeit, dem Projektentwickler, der seinerseits bereits eine fünfstellige Summe investiert habe, endlich ein positives Signal zu geben.

„Wir stehen noch ganz am Anfang, aber längst nicht bei Null: Wir haben bereits einerichtig gute Planungsgrundlage und darauf bin stolz“, sagte Nico Ritz. Seine Forderung: Dass die Stadt nun in die Bauleitplanung einsteige. Seine BItte: Dass das „größte Projekt der kommenden 15 Jahr nicht schon zu Beginn kaputtgeredet“ wird.

„Es hat noch nie ein so transparentes und bürgernahes Vorhaben wie dieses Bauprojekt in Homberg gegeben“, sagt Stefan Gerlach. Er könne nicht nachvollziehen, dass man bereits beim jetzigen Planungsstand darüber klage, dass Dinge nicht berücksichtigt würden: „Wir haben das Gefühl, dass unsere Vorschläge alle aufgegriffen werden.“ Sein Appell: Homberg müsse die Chance zum Aufbruch nutzen und positive Signale setzen.

Es könne nicht sein, dass ein einziger Investor nur einen einzigen Plan vorlege, monierte Achim Jäger. Er forderte für eine vernünftige Planung wesentlich mehr Zeit, sonst komme nur Stückwerk dabei raus. „Diese Planung läuft nach dem Motto „Wessen Brot ich fress’, dessen Lied ich sing“, sagte Dietmar Groß, denn sie sei sehr fragwürdig und fehlerhaft. Misstrauen sei deshalb durchaus angebracht, ergänzte auch Günter Koch.

Das Parlament sei sich doch einig gewesen, dass es lange genug die tote Innenstadt bejammert habe, wunderte sich Joachim Pauli über die lange Diskussion. Deshalb müsse man jetzt Nägel mit Köpfen machen - zumindest dann, wenn nicht jemand auf der Stelle einen Investor an der Hand habe, der das Projekt sofort beginnen wolle. Seine Fraktion sage deswegen ganz klar Ja zum Aufstellungsbeschluss.

Jetzt müsse man endlich den Mut haben, Pflöcke einzuschlagen, forderte Klaus Bölling. Das Parlament rede seit Jahr und Tag darüber, wie man mehr Menschen in die Altstadt hole, den Leerstand bekämpfe und den Einzelhandel in der Altstadt belebe. Die Planung mit ihrer großen Transparenz sei für die Politiker von ganz neuer Qualität. Das Ergebnis könne durchaus eines sein, das Homberg weit nach vorne bringe.

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