Teilnehmer des Programms Junior des Instituts der Deutschen Wirtschaft

Sie sind mit eigener Firma erfolgreich: Berufsschüler verkaufen Deko

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Die Schüler und ihr Produkt: vorn von links Viktoria Swietanowska, Lucy Knott und Jana Kirchner, dahinter die Jungs der Klasse FOS 12 mit ihren Dekolichtern.

14 Schüler der Homberger Berufsschule bauen und verkaufen leuchtende Dekogläser und haben damit ihre erste eigene Firma gegründet.

Sie nehmen an dem Projekt Schülerfirma Junior der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule in Kooperation mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft teil. Von der Geschäftsidee, über die Finanzierung bis zur Produktion, Buchhaltung und Vermarktung liegt alles in den Händen der Schüler.

Einmal pro Woche beschäftigen sie sich im Unterricht mit ihrer Firma. Die Idee, dekorative Gläser mit kleinen Lichterketten herzustellen, kam von den Schülern selbst. Sie fanden, dies könne ein Markt sein. Jeder wolle sein Heim doch gemütlich gestalten, werben sie auf dem sozialen Netzwerk Facebook.

Nachhaltigkeit war für die Produktfindung ebenso wichtig. Daher verwenden die Schüler alte Einweckgläser, die sie aus Altglasbeständen erhalten, und füllen sie mit Sand- oder Kieselsteinen. Sie versehen sie mit Accessoires, passend zur Jahreszeit und bauen Mini-Lichterketten ein. Zum Schluss kommt noch ein hübsches Band um das Glas. Das Ganze vermarkten die Jugendlichen unter dem Label „Glowstory“.

Die Finanzierung erfolgt über Aktien. Mit einer Einlage von zehn Euro kann man eine davon erwerben. Von dem Geld kaufen sie Material und decken Kosten wie Standgebühren. Meist beteiligen sich Lehrer, Familienmitglieder oder Eltern an dem Aktienerwerb. Das Projekt läuft ein Schuljahr lang. „Sogar fiktive Steuern müssen abgeführt werden“, sagt Lehrer Marc Steinhäuser, der mit seinem Kollegen Peter Neugeboren den Schülern zur Seite steht.

Luca Eckhardt ist mit Hannes Hassenpflug für die Buchführung zuständig. „Man lernt mit Geld umzugehen und Verantwortung gegenüber den Aktionären zu übernehmen“, sagt Eckhardt. Davon hat die Firma 32. Derzeit hat die Aktie einen Wert von 10,60 Euro, also wurde bereits Gewinn erwirtschaftet. „Die Schüler erleben Erfolg und Misserfolg hautnah“, sagt Lehrer Marc Steinhäuser. Außerdem würden Team- und Organisationsfähigkeit gefördert.

Die Jugendlichen haben bisher in der Pausenhalle der Schule verkauft und waren auf Märkten vertreten. Als Nächstes wird Osterdeko gefertigt. 14 Schüler nehmen an dem Projekt teil. Sie wollen sich qualifizieren, unter die zehn besten Teilnehmer des Wettbewerbs kommen und zur Preisverleihung nach Frankfurt fahren.

Schülern die Wirtschaft näher bringen

Das Programm Junior des Instituts der Deutschen Wirtschaft will Schülern das Thema Wirtschaft realistisch näher bringen. Ein Baustein ist die Gründung von Schülerfirmen. Die IW Junior ist eine gemeinnützige GmbH und hilft mit Unterrichtsmaterialien und Veranstaltungen. Es gibt eine Schüler- und Lehrerhotline sowie ein Online-Portal. Die Jugendlichen erwerben fachliche, soziale und personale Kompetenzen, um selbstständig Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Sie verstehen komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge und die ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen unternehmerischer Aktivitäten, heißt es auf der Internetseite der IW.

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