Fridays for Future

Schüler demonstrierten in Homberg für mehr Klimaschutz

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„Die Erwachsenen tun zu wenig“, sagte Jana Kempe am Rande der Demo in Homberg. Die 18-jährige Schülerin der Theodor-Heuss-Schule hofft, dass sich künftig gerade in Kleinstädten noch mehr Schüler beteiligen.

Auch in Homberg demonstrierten am Freitagmittag zahlreiche Schüler aus dem Schwalm-Eder-Kreis unter dem Motto "Fridays for Future".

Mit Plakaten und Sprechchören haben gestern rund 250 Schüler aus dem Schwalm-Eder-Kreis auf dem Marktplatz in Homberg für mehr Klimaschutz demonstriert. Damit folgten sie dem Appell der Initiative „Fridays for Future“ (FFF), die weltweit zu Protesten aufgerufen hatte.

„Wieso sollen wir für eine Welt lernen, wenn es diese morgen nicht mehr geben wird“, sagte Shkodran Jonuzi (17), einer der Sprecher des FFF-Kreisverbands Schwalm-Eder, am Rande der Veranstaltung. Denn die Proteste sind umstritten: Befürworter loben das Engagement, Gegner kritisieren, dass die Schüler bewusst dem Unterricht fernbleiben. Zu Beginn der Demo um 11 Uhr rief Jonuzi über Lautsprecher: „Ihr könnt stolz sein, hier zu sein – auch, weil viele Schulen es nicht erlauben.“

Forderungen an die Politik

In Redebeiträgen forderten die Organisatoren und Schüler jeden Einzelnen dazu auf, weniger Plastik zu verbrauchen. Von der Politik verlangten sie, das Pariser Klimaabkommen einzuhalten. Und auch regionale Forderungen wurden laut: Mehr Werbung für Car-Sharing, einen Ausbau des ÖPNV und der Radwege. Immer wieder stimmten die Schüler Sprechchöre wie „Wer jetzt nicht hüpft, der ist für Kohle“ an.

Demo statt Unterricht: Unter den Jugendlichen herrschte Einigkeit, dass der Protest für Klimaschutz vorgeht.

„Die Politik wird erst reagieren, wenn viele dahinterstehen – gerade Kinder“, sagte Lina Fiand (14) von der Theodor-Heuss-Schule Homberg gegenüber unserer Zeitung. Jana Kempe (18), ebenfalls THS, betonte: „Aufmerksamkeit gibt es vielleicht nur, indem wir nicht zur Schule gehen.“ 

Maya Wagner (17), angereist vom Schwalmgymnasium in Schwalmstadt, und andere waren sich einig, dass sie auch künftig lieber unentschuldigte Fehlstunden in Kauf nehmen, als auf ihren Einsatz für den Klimaschutz zu verzichten. „Nicht alle von uns sind beurlaubt worden.“

In seiner Ansprache sagte Vize-Landrat Jürgen Kaufmann: „Man muss auch an Regeln kratzen, um etwas zu verändern.“ Die Schüler seien es, die den Rest der Gesellschaft wachrüttelten.

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