Für 150.000 Euro

Jetzt unter Dach und Fach: Stadt kauft drei Grundstücke am Homberger Marktplatz

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Kaufvertrag: In dem Fachwerkgebäude neben der Engelapotheke soll das Multifunktionshaus entstehen. Die Stadtverordneten stimmten dem zu, das Vorkaufsrecht für die Häuser Marktplatz 14 und 15 sowie das Haus Holzhäuser Straße 1 auszuüben.

Homberg. Weitere Häuser am Marktplatz in Homberg gehen in städtischen Besitz über. Das beschloss das Parlament.

Sie taten sich schwer, die Homberger Stadtverordneten, dem Ankauf von drei Häusern in der Holzhäuser Straße und am Marktplatz zuzustimmen. Dabei ging es weniger um den Kaufpreis in Höhe von 150.000 Euro, sondern darum, ob es Aufgabe der Stadt sei, Häuser zu kaufen. Schließlich sprach sich die Mehrheit der Mandatsträger bei vier Neinstimmen und zwei Enthaltungen für den Kauf aus.

Beim Verkauf ging es um die Grundstücke Holzhäuser Straße 1 mit einer Größe von 88 Quadratmetern, Marktplatz 14 mit einer Größe von 270 Quadratmetern und Marktplatz 15 mit einer Größe von acht Quadratmetern. Da sich die Grundstücke im Stadtumbaugebiet befinden, steht der Stadt ein Vorkaufsrecht zu. Rechtliche Bedenken hatte Dirk Pfalz (Bürgerliste). Er wies darauf hin, dass das Vorkaufsrecht daran scheitern könnte, dass die Wohn- und Gewerbeflächen in den Häusern erhalten bleiben sollen.

Fast komplette Häuserzeile

Bedenken meldete auch der Sprecher der FWG, Christian Utpatel, an. Mit dem Kauf der Häuser würde die Stadt nahezu die komplette Häuserzeile von der Krone bis zur Salzgasse besitzen. Hinterfragt werden müsse, ob die enge Nachbarschaft zum Multifunktionshaus den Kauf nötig mache. Doch angesichts der Projektplanungen sehe es die FWG als sinnvoll an, das Vorkaufsrecht für die Objekte zu nutzen.

Eine Chance für neues Leben und Entwicklung rund um das Multifunktionshaus sei mit dem Kauf gegeben, sagte Grünen-Sprecher Klaus Bölling. Dabei gelte es, Chancen und Kaufrisiken abzuwägen. Er aber sehe darin mehr eine Chance für die Stadt. Denn sonst drohe der Verfall der Häuser.

Ein klares Nein für den Kauf der Immobilien kam dagegen von der FDP. Deren Sprecher, Holger Jütte, sagte, es sei nicht Aufgabe der Stadt, Häuser zu kaufen. Dazu käme, dass der Marktplatz bald seine Funktion verliere, wenn nicht Geschäfte, sondern Vereine in die Häuser einziehen würden. Jütte zweifelte an, ob das der richtige Weg für den Marktplatz sei. „Irgendwann nämlich gehört die Stadt der Stadt“, sagte er.

Hintergrund für den Kauf der drei Häuser ist, dass sich das geplante Multifunktionshaus über die Gebäude Marktplatz 15 und Holzhäuser Straße 3 erstreckt und davon profitieren würde. Denn die drei Häuser bilden im Hinterhof eine Einheit.

Licht und Luft

Im Bauausschuss hatte Bürgermeister Dr. Nico Ritz erklärt, dass bei einem Kauf das Haus an der Holzhäuser Straße abgerissen werden könnte und das Multifunktionshaus Licht und Luft im vorderen Teil erhalten könnte.

Dazu müssten keine Brandwände gebaut werden. Denkbar sei auch, dass nach dem Rückbau des Gebäudes ein kleiner Innenhof entsteht, der begrünt oder auch als Parkplatz dienen könnten.

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