Projektwoche

Homberger Stellbergschule vom Umweltministerium ausgezeichnet

Haben sich mit dem Thema Umwelt und Klima auseinandergesetzt: David Schäfer (links) und Jesco Gräfenhain mit Schulleiterin Birgit Kieburg.
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Haben sich mit dem Thema Umwelt und Klima auseinandergesetzt: David Schäfer (links) und Jesco Gräfenhain mit Schulleiterin Birgit Kieburg.

An der Stellbergschule in Homberg lernen die Jungen und Mädchen bewusst zu leben und zu konsumieren. Dafür gab es vom Hessischen Umweltministerium eine Auszeichnung.

Homberg – An der Homberger Stellbergschule wird ein neues Fach gelehrt: Bewusstseinsbildung. Das ist zwar nicht offiziell im Stundenplan verankert, doch aus dem Alltag an der Grundschule nicht mehr wegzudenken. Bewusst leben, einkaufen, konsumieren – weniger Plastik verwenden und mehr für die Umwelt tun.

Dieses Ziel haben sich Schüler, Eltern und Lehrer gesetzt. Nun wurden sie vom Hessischen Umweltministerium für ihre Arbeit ausgezeichnet.

Stellbergschule in Homberg fördert Umweltbewusstsein bei Kindern

„Wir wollen etwas verändern“, sagt Schulleiterin Birgit Kieburg. Und dies sagen auch viele der 250 Mädchen und Jungen an der Schule. Nicht nur David Schäfer und Jesco Gräfenhain aus der 3a waren von den Bildern in dem Dokumentarfilm beeindruckt, der sie veranlasste, die Welt mit anderen Augen sehen.

Wie die Schildkröte zum Krüppel heranwuchs, weil sie einen kleinen Plastikdeckel verschluckt hatte – dieses Bild geht den Schülern nicht mehr aus dem Kopf. „Wenn wir jetzt Müll auf der Straße liegen sehen, sammeln wir den auf“, sagt der Zehnjährige Jesco.

„Die Kinder sind sehr interessiert an dem Thema Umwelt, sagt Schulleiterin Kieburg, die neben Jörg Gräfenhain auch Vorsitzende des Fördervereins Stellbergschule ist. „Wir haben schnell gemerkt, dass ein Projekttag hierfür viel zu wenig ist.“

Projektwoche zum Thema Plastikvermeidung an der Stellbergschule in Homberg

Im Sach- und Kunstunterricht haben die Schüler Bilder gemalt und Collagen gebastelt, die zeigen, wie Müll die Umwelt vergiftet. In einer Projektwoche haben sich Schüler und Lehrer in jeder Klasse gefragt, wie Plastik zu vermeiden und die Umwelt besser zu schützen sei.

 Sie haben Brotbeutel genäht, selbst flüssige Seife hergestellt und sind im Klassenverbund bewusst einkaufen gegangen: „Warum müssen in Plastik verpackte Aprikosen noch mal in Plastik verpackt werden?“, war nur eine der Fragen, die sich die Schüler stellten. „Kinder sind Multiplikatoren, da kann man viel bewegen, was sich in die Familien ausbreitet“, sagt Kieburg.

Homberg: Ideen werden mit Umwelt-AG an der Stellbergschule am Laufen gehalten

Um die Ideen am Laufen zu halten, haben etwa 25 Schüler, Eltern und Lehrer eine Umwelt-AG gegründet, in der sie auch während der Corona-Krise aktiv waren. So haben sie unter Anleitung von Nicole Mengel während der Krötenwanderzeit zwischen Welferode und Oberbeisheim einen Zaun aufgestellt, und regelmäßig Kröten aufgesammelt, um sie vor dem Straßenverkehr zu schützen.

Mittlerweile verzichte jeder Schüler darauf, sein Pausenbrot in Alu- oder Frischhaltefolie einzupacken und mehr und mehr Kinder gingen zu Fuß zur Grundschule, anstatt sich von den Eltern bringen zu lassen. Und auch Einweg-Trinkflaschen gehören in der Stellbergschule der Vergangenheit an, seitdem es in allen Klassen Wasser für zehn Cent die Flasche zu kaufen gibt: aus 0,5-Liter Mehrwegflaschen von Förstina. Den Rest der Kosten legt der Förderverein Stellbergschule drauf. Auch deshalb freut sich Schulleiterin Kieburg über den Preis vom Hessischen Ministerium: „Das Geld ist bei uns gut aufgehoben.“

Stellbergschule in Homberg: Auszeichnung für Projektwoche

Das Hessische Umweltministerium hat beim Wettbewerb Plastikvermeidung 28 Vereine ausgezeichnet. Einer davon ist der Förderverein der Stellbergschule. Für die Projektwoche zum Thema Plastik und die Anschaffung von Wasserspendern erhielt er als einziger Verein im Schwalm-Eder-Kreis den mit 500 Euro dotierten Preis.

Der Wettbewerb ist Teil der hessischen Plastikvermeidungsstrategie. Die Ideen reichen von der Entwicklung von Workshops zum Thema Plastik für Kinder und Jugendliche, über das Ersetzen von Plastikgeschirr durch Porzellan und die Anschaffung einer Spülmaschine bis hin zur Gestaltung eines plastikfreien Frühstücks - verbunden mit der Gestaltung eines Naschgartens in einer Kita.

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