Was war denn da los?

Stillleben mit Bierflaschen: Kreisel bei Mardorf von Unbekannten geschmückt

Ein Strauß aus Bierflaschen und eine einsame Blumenschale: Unbekannte dekorieren den Kreisel bei Mardorf nun einfach selbst.
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Ein Strauß aus Bierflaschen und eine einsame Blumenschale: Unbekannte dekorieren den Kreisel bei Mardorf nun einfach selbst.

Unkraut, vertrocknete Bäumchen, tiefe Fahrspuren eines Autos, das sich auf die Plattform verirrt hatte: Ein Blickfang ist der Kreisel vor Homberg nicht. Das haben sich wohl auch einige Unbekannte gedacht. Sie versuchen seit ein paar Tagen, Bierflaschen auf dem Kreisel anzupflanzen.

Gerade waren Mitarbeiter der Kreisverwaltung dem Kreisverkehr mit Bagger und Schaufel zu Leibe gerückt und schwupps hatte jemand die Insel mit einer Bierflasche dekoriert und sie mit einem Blümchen verschönert. Was auch immer in der Flasche war, es muss Wunder gewirkt haben: Innerhalb weniger Tage zierte ein ganzer Blumenstrauß die neue Vase, seit einer Woche vermehren sich die Bierflaschen wie durch Zauberhand. Inzwischen hat sogar jemand eine Blumenschale mit echten Blumen gespendet, um den Kreisel zu verschönern. Was in den nächsten Tagen wohl noch kommt?

Es wirkt wie ein kleiner Protest, den Unbekannte da iniziiert haben. Dass sich viele eine neue Gestaltung des Kreisels wünschen, war bereits im vergangenen Jahr Thema in der Homberger Stadtverordnetenversammlung. Leserin Gitta Conrad etwa schreibt uns dazu: „Warum ist es so schwer, diesen Kreisel, der am Fuße des schönen Schlossbergs und unserer kleinen Fachwerkstadt steht, ansprechend zu gestalten?“ Sie hofft, dass sich Menschen finden, die dem Kreisel „neues, blühendes Leben geben“ und dafür sorgen, dass es so bleibt.

Der Schwalm-Eder-Kreis ist als Kreisstraßenbaulastträger verantwortlich für die Verkehrssicherheit. Dazu zählt auch Unterhaltung und Instandsetzung von Kreisstraßen. Diese Aufgaben hat der Kreis an Hessen Mobil übergeben, teilt der Landkreis auf Anfrage mit. Das „Stillleben mit Grabkübel und leeren Bierflaschen“, sei am Montagvormittag von der Straßenmeisterei beseitigt worden.

Eine erste Bepflanzung im vergangenen Jahr fiel der Trockenheit zum Opfer. Im Frühjahr sei der Kreisel ausgekoffert, mit einem Vlies versehen und mit einer Blühblumenmischung mit „standortgerechten Pflanzen“ wieder hergerichtet worden. Sie sollen mit den sich ändernden klimatischen Bedingungen zurechtkommen, so Kreissprecher Philipp Klitsch. Die Aussaat sei gut angegangen. „Rein optisch wirkt die Bepflanzung aktuell zwar noch wie eine Fläche voller Unkraut. Das ist in diesem Stadium aber charakteristisch.“ Im Herbst soll zudem noch ein Ahornbaum in die Kreiselmitte gepflanzt werden.

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